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Ausstellungen | Rückblick

Sammlung Arp 2014

Rendez-vous des amis:
Arp, Taeuber-Arp und Jawlensky

9. Februar bis 1. Juni 2014

Auch im Jahr 2014, in dem sich das Arp Museum Bahnhof Rolandseck ganz den »Menschlichen Dimensionen« verschreibt, begegnen Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp wieder einem ihrer Künstlerfreunde. 1917 lernte das Künstlerpaar den russischen Maler Alexej von Jawlensky in der Schweiz kennen. Die aktualisierte Sammlungspräsentation zeigt nun zu welchen unterschiedlichen Ergebnissen die drei Künstler in Bezug auf das Abstrahieren des menschlichen Körpers wie auch das Arbeiten in Serien kommen. So laden die »Abstrakten Köpfe« und »Heilandsgesichte« Jawlenskys mit ihrer spirituellen Dimension zu kontemplativer Betrachtung ein. Hans Arp hingegen entwickelt in den 1920er Jahren eine humorvolle Objektsprache, indem er menschliche Körperteile mit Alltagsgegenständen kombiniert. In seiner großen Serie der »Poupées« setzt sich der Pionier der organischen Abstraktion vor allem mit der geschwungenen Kontur des Körpers auseinander. Bei Sophie Taeuber-Arp finden wir die menschliche Figur im Gewand der für sie typischen geometrischen Formen.


Kunstkammer Rau
»Schau mich an! Porträts seit 1500«

17. Mai 2013 bis 4. Mai 2014

Ausgehend von fünf herausragenden Künstlerporträts der »Sammlung Rau für UNICEF« von Delyen über Degas bis zu Vuillard, beleuchtet die Ausstellung das Künstler-Ich im Wandel der Zeit und in der Gesellschaft. In einem weiten Panorama vom 15. bis zum 20. Jahrhundert erlebt der Betrachter die Lebenswelten von Malern und ihren Modellen und lernt im Künstler-Atelier den Auftraggeber in seinen verschiedenen Rollen kennen – als religiösen Stifter des Spätmittelalters, als fürstlichen Heiratskandidaten des Barock oder als Familienmenschen der Frühromantik.

Doch inwieweit kann ein Porträt das Versprechen einlösen, auch ein Seelenbildnis zu sein? Seit der Antike beschäftigt diese Frage Philosophen, Künstler und schließlich die Psychoanalyse. Die Ausstellung führt zu den mittelalterlichen Vera Ikon-Bildern Christi zurück, die den Abdruck einer überpersonalisierten göttlichen Essenz vergegenwärtigen. Menschliche Sehnsüchte zeigen sich in den idealen Frauenbildnissen von Cranach bis Renoir. Intime Familienporträts der Künstler – ob nun von Leyster, Gainsborough, Degas oder van Dongen gemalt, verleihen der Seele des geliebten Menschen in ihrem Abbild ewige Dauer.


Wahlheimat am Rhein –
Der Bildhauer und Zeichner Lajos Barta

8. November 2013 bis 23. März 2014

Erstmals widmet sich das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in einer Überblicksschau dem ungarischen Bildhauer Lajos Barta (1899-1986). Im Themenjahr des »Künstler-Ich« erinnert die Ausstellung an den charis­matischen Menschen und Künstler sowie seine span­nende, durch die Zeit- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts tief geprägte Biografie.

Spät setzte sich Barta mit der Abstraktion, dem beherrschenden künstlerischen Thema des 20. Jahr­hunderts auseinander und schuf 1943 in Budapest seine erste nicht-gegenständliche Zeichnung. Im Jahr darauf konnte er als Jude der Verfolgung durch das Nazi-Regime entkommen und überlebte im Untergrund. Nach 1945 gehörte Barta zu den führenden Künstlern der Avantgarde in der Künstlergruppe »Europäische Schule«. Im Stalinismus der ungarischen Volksrepublik ab 1950 wurden ihm als abstraktem Künstler jedoch die Existenzgrundlagen entzogen. Barta geriet in den ideologischen Machtkampf zwischen Ost und West. Mitten im Kalten Krieg ging er 1965 für immer in den Westen und kam durch Vermittlung eines Schweizers Freundes an den Künstler­bahnhof Rolandseck. Hier baute Barta zwischen 1965 und 1967 zielstrebig einen neuen Bestand an Werken auf.

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck präsentiert rund 40 abstrakte Plastiken und 90 Zeichnungen, die im Schwerpunkt die 1940er und 1950er Jahre umfassen. Bisher nie öffentlich gezeigte Zeichnungen geben Einblick in die faszinierende Welt der frühen surrealistischen Phase Bartas und dokumentieren sein Œuvre aus der Zeit der inneren Emigration während des Stalinismus.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm realisiert.

Mit freundlicher Unterstützung der Martin-Lantzsch-Nötzel-Stiftung für die Kunst der 50er Jahre

 


Tara Donovan

29. September 2013 bis 9. März 2014

Erstmals werden die Skulpturen der US-Amerikanerin Tara Donovan (*1969, lebt und arbeitet in New York) in Kooperation mit dem Museum of Modern Art Louisiana, Dänemark, in Europa gezeigt. Die in den USA äußerst erfolgreiche Künstlerin wird mit etwa 21 raumgreifenden Skulpturen und groß angelegten Wandarbeiten die Ausstellungsetage im Richard Meier-Bau in einen »Makrokosmos« verwandeln. Mit ihrer organisch-kosmischen Formensprache verbindet sich die Kunst von Tara Donovan inhaltlich wie formal mit der von Hans Arp. Ihre Werke sind Gebilde von einer zunächst unbestimmbaren Schönheit, die an Mineralien, Korallen und Edelsteine erinnern. Erst auf den zweiten Blick lassen sich die eigentlichen Materialien, aus denen sie geschaffen sind, erkennen: Polyesterfolie, Trinkhalme, Nadeln oder Knöpfe. Diese Alltagsmaterialien werden in tausendfacher Ausführung zu abstrakten Formen zusammengefügt, so dass beeindruckende, großflächige Wandarbeiten oder monumentale Skulpturen entstehen. In ihrem Maßstab beziehen die Arbeiten sowohl die architektonische Umgebung als auch die Betrachter in ihrer Körperlichkeit und Bewegung durch den Raum ein.


Sammlung Arp 2013
Hans Arp. Wolkenpumpen

17. Februar 2013 bis 26. Januar 2014

»ich pumpe natur. du pumpst kunst.«, so beschreibt Hans Arp seinen künstlerischen Schaffensprozess. Im Rahmen des Themenjahres »Künstler-Ich« wird in der Ausstellung lebendig veranschaulicht, wie Arp selbst als »Wolkenpumpe« Steine, Pflanzen und Gestirne in poetisch-abstrakte Formen verwandelt. Der Ausgangspunkt von Arps vielfältigem künstlerischem Wirken ist immer die Natur mit ihrem stetigen Fluss von Werden und Vergehen. Die innovative Formensprache des Künstlers ist davon ebenso geprägt wie seine Arbeitsweise, die nicht selten dem Zufall die Gestaltung eines Werkes überlässt.

Die Fortsetzung unserer Sammlungspräsentation »Wolkenpumpen «, deren Titel Arps Gedichten entlehnt ist, widmet sich neben seinen Reliefs, Skulpturen und Papierarbeiten auch der avantgardistischen Bildsprache Sophie Taeuber- Arps. Erstmalig werden im Jahr 2013 zudem Arps ausdrucksstarke Druckgraphiken vorgestellt. Diese sind eng verknüpft mit seinem plastischem Werk, seinen Reliefs sowie seiner Dichtkunst. Und so hauchen auch in der Ausstellung Arps phantasievolle Worte seinen Formen Leben ein und lassen sie über die Blätter tanzen. Das freie Formenspiel und die oftmals intensive Farbigkeit machen Arps Grafiken dabei zu einer spannenden Entdeckung.


geheim. Caro Bittermann und Peter Duka

21. April bis 20. Oktober 2013

Die Ausstellung »geheim« widmet sich im Themenjahr des »Künstler-Ich« gleichermaßen dem langjährigen gemeinsamen Werk von Caro Bittermann und Peter Duka, als auch den daran anknüpfenden Solo-Arbeiten beider Künstler. Von 1995 bis 2004 arbeiteten »Bittermann & Duka« gemeinsam an dem umfangreichen Projekt »Die Dritte Kammer«. Im Rahmen dieser Werkphase entstand auch der öffentliche Park »die geheimen gärten rolandswerth« für das Skulpturenufer Remagen. In einem chronologischen Parcours entlang der wichtigsten Gemälde und grafischen Arbeiten wird »Die Dritte Kammer« im Arp Museum Bahnhof Rolandseck retrospektiv vorgestellt.

Caro Bittermann greift in ihrem Solo-Projekt »Jardins d’amis« die in der gemeinsamen Arbeit vollendete Gedankenschleife wieder auf und präsentiert ihre über 100 Gouachen umfassende Porträtserie sowie einen Film über ihr Garten-Kunstwerk in Südafrika. Peter Dukas vorlagenfreie Malereiserien verfolgen den Gedankenkomplex der Ruinenmalerei im romantischen Kontext weiter, welcher ebenfalls bereits in den Gemeinschaftsarbeiten des Künstlerpaares eine Rolle spielte. Auf verschiedenen Ebenen kann in der Ausstellung Geheimes enträtselt werden – einige Dinge bleiben aber »geheim« und lassen Spielraum für die eigene Imagination.


Sehr Schön. C.O. Paeffgen im Arp Museum

22. März bis 1. September 2013

C. O. Paeffgen (1933 in Köln geboren, lebt und arbeitet in Köln) zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern im Rheinland, die sich sowohl überregional wie auch international durchsetzen konnten. Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet ihm das Arp Museum Bahnhof Rolandseck eine Überblicksschau. Die Ausstellung wird im Rahmen des Themenjahres zum »Künstler-Ich« von C. O. Paeffgen konzipiert und in enger Zusammenarbeit mit dem Museum realisiert.

In der Ausstellung werden rund 45 Arbeiten von Paeffgen präsentiert, darunter seine legendären »Umrandungen«, die seit den 1980er Jahren zu einer Art Markenzeichen für ihn wurden, sowie einige seiner großformatigen Wand- und Bodenskulpturen aus der Werkreihe der »Umwicklungen« unzähliger alltäglicher Fundobjekte mit Draht. Ebenso wird ein Teil seiner Objektkisten gezeigt – lapidare Obst- und Gemüsekisten, die zu vielgestaltigen »Objekten in Farbe« avancieren. Schließlich sind es ungewöhnlich gestaltete Sitzgelegenheiten, wie Bänke und Stühle, die uns irritieren und die erotisch-pornografischen Anspielungen, die sich uns unverblümt offenbaren. Die für Paeffgen so typischen Motive wie das Fragezeichen, das Herz, der Pfeil, die Maus, die Schleife und der Mond tauchen in ganz unterschiedlichen Kontexten immer wieder auf und regen zu einem Suchspiel an.


Kunstkammer Rau
Lichtgestöber. Der Winter im Impressionismus

11. November 2012 bis 14. April 2013

Sechs herausragende Winterlandschaften der berühmten Maler Claude Monet, Gustave Caillebotte und Alfred Sisley aus der »Sammlung Rau für UNICEF« bilden den Ausgangspunkt für eine groß angelegte Impressionisten-Ausstellung in der Kunstkammer Rau. Rund 55 hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen mit Werken von Courbet, van Gogh, Gauguin, Pissarro, Rohlfs, Liebermann, Slevogt und Corinth schildern den Winter in seinen vielfältigen Facetten vom lichten Schneegestöber bis zum frühlingshaften Tauwetter. Ursache für diese weiße »Farbexplosion « sind die außergewöhnlich strengen Winter der 1870er bis 1890er Jahre. Unmittelbar reagieren die Impressionisten auf die extremen Wetterbedingungen.

Anschaulich demonstriert die Ausstellung auch den Einfluss der frühen Fotografie von Eugène Cuvelier bis zu Bisson Frères auf die impressionistische Malerei und umgekehrt das Rückwirken der impressionistischen Wintergemälde auf die Fotografie des frühen 20. Jahrhunderts von Alfred Stieglitz bis zu Albert Renger-Patzsch. Presse- Illustrationen des 19. Jahrhunderts stellen einen direkten Bezug zwischen dem alltäglichen Leben und der Bildenden Kunst her.

Mit einem innovativen und breit gefächerten interdisziplinären Zugang bietet die Ausstellung ein einzigartiges Erlebnis. Sie schlägt eine Brücke zu den Indikatoren des Klimawandels in der Gegenwart. Das Projekt wird durch hochkarätige wissenschaftliche Partner wie das Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und den Deutschen Wetterdienst (DWD) wissenschaftlich unterstützt.

Ein breites museumspädagogisches Programm in Kooperation mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) macht Klimaschutz praktisch erlebbar. Eine Veranstaltungsreihe des Institut français Bonn beleuchtet die Rolle des Winters in der französischen Kulturgeschichte.


Peter Gaymann. Sag jetzt nicht: das kann ich auch

31. August 2012 bis 14. April 2013

Peter Gaymann ist einer der erfolgreichsten und vielseitigsten Cartoonisten unserer Zeit. Bekannt wurde er 1984 durch die Hühner-Cartoons, die zu seinem Markenzeichen wurden. In bisher 60 Buchveröffentlichungen und mit den seit über 20 Jahren in der Zeitschrift »Brigitte« erscheinenden »Paar-Problemen« nimmt er Menschliches und Allzumenschliches aufs Korn.

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt eine bislang noch unbekannte Facette seiner künstlerischen Arbeit: Peter Gaymann karikiert den Kunstbetrieb und spießt im wortwörtlichen Sinn mit spitzer Feder die Skurrilitäten und Kuriositäten aus der Welt der Kunst auf. Die verspielten Zeichnungen leben vom hintergründigen Humor und subtilen Witz des Künstlers. Galeristen, Museumsdirektoren, Museumsbesucher und Künstler – sprich alle Freunde der schönen Künste – werden sich gespiegelt sehen und mit einem Schmunzeln reagieren. Peter Gaymann verletzt nicht und klagt nicht an, er zeigt vielmehr mit der ihm eigenen Herzenswärme und einem Augenzwinkern sympathische menschliche Schwächen auf.

Zur Ausstellung erscheint das Buch Peter Gaymann »Reif fürs Museum« im Wienand Verlag, 14,80 Euro.


Florian Slotawa. Andere Räume.

26. Oktober 2012 bis 1. April 2013

Eigens für die historischen Ausstellungsräume im Bahnhof Rolandseck entwickelt der Berliner Künstler Florian Slotawa ein komplexes Installationskonzept, mit dem er Architektur und Fotografie auf ungewöhnliche Weise verbindet.

Im Gegensatz zu seinen bekannten »Besitzarbeiten«, in denen er persönliche Gegenstände und Mobiliar als bildhauerisches Material verwendet, stehen in Rolandseck Schwarz-Weiß-Fotografien seines Berliner Ateliers im Mittelpunkt, auf denen sämtliche Gegenstände fehlen. Die Reihe der »Atelierfotos«, die er seit 2009 kontinuierlich fortführt, dokumentiert streng und teilweise schematisch die fünf Räume seines Ateliers mit den baulichen Änderungen, die diese im Lauf der Zeit erfahren haben. Dabei betonen die Aufnahmen in »Abwesenheit der Dinge« das Objekthafte des Baukörpers. Details wie Türschilder, Steckdosen oder Rohre werden zu skulpturalen Elementen.

Durch Nachbauten von ausgewählten Wänden spezifischer Innenräume wird der zweidimensionalen Fotografie eine dritte Dimension hinzugefügt. Diese Wandscheiben dienen als Träger für die Fotografien und bilden gleichzeitig ein skulpturales Gegengewicht zu den klassizistischen Ausstellungsräumen – der Beginn eines spannenden Dialogs realer, transferierter und abgebildeter Architektursprachen.


Richard Meier. Building as Art

30. September 2012 bis 3. März 2013

Anlässlich seines fünfjährigen Bestehens präsentiert das Arp Museum Bahnhof Rolandseck unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Kurt Beck und des amerikanischen Botschafters Philip D. Murphy eine Ausstellung zum Werk Richard Meiers, einem der international führenden Architekten der Gegenwart. Der 2007 feierlich eröffnete Museumsneubau in Remagen folgt den aus der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts entwickelten Entwurfsprinzipien, die Richard Meier seit den 1960er Jahren konsequent beibehalten und weiterentwickelt hat.

Die Ausstellung verdeutlicht die komplexe Entwurfsmethodik Meiers anhand von herausragenden Bauten und Projekten entlang seines Werdegangs. Dabei stehen seine Museumsbauten im Vordergrund ebenso wie die für eine wohlhabende Klientel gebauten Villen, mit denen er seine Karriere in den USA begann. Als roter Faden verbindet Meiers Bauten die Idee einer Architektur, die komponiert wird wie ein Musikstück oder ein abstraktes Werk der bildenden Kunst. Hauptattraktion der Ausstellung werden die aufwendigen, zum Teil in großem Maßstab ausgeführten Holzmodelle sein, die sonst in Meiers New Yorker Showroom nur wenigen Menschen zugänglich sind.

Begleitbuch zur Ausstellung:
Building as Art. Richard Meier in Rolandseck


Kunstkammer Rau: Köstlich!
Stillleben von Frans Snyders bis Giorgio Morandi

bis 14. Oktober 2012

Anhand von 45 Gemälden aus drei Jahrhunderten lässt sich die Architektur der Dinge gleichsam unter der Lupe entdecken. In den nahsichtig angelegten Stillleben tastet sich der Blick des Betrachters durch das Unterholz und über köstliche Tischlandschaften hinweg. Immer wieder bieten sich ungewöhnliche Perspektiven. Scheinbar griffbereit liegt das Messer am Bildrand bereit, stehlen sich die wilden Heckenrosen über den Rahmen hinweg auf uns zu.

Die reiche Schatzkammer der Sammlung Rau für UNICEF bietet einen faszinierenden Spiegel der Welt vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne. So kann man an den reich gedeckten Barock-Tischen des Flamen Frans Snyders Platz nehmen. Im Vorgriff auf die Moderne präsentiert dagegen Anne Vallayer-Coster im 18. Jahrhundert ihre poetischklaren Früchtestillleben. Sie leiten über zu den Küchenimpressionen Carl Schuchs, den farbstarken Atelier-Stillleben des Symbolisten Édouard Vuillard und zu den nahezu abstrakten Flaschen und Gläsern von Giorgio Morandi.

Sammlung Rau für unicef gemeinsam für Kinder


Joachim Manz
Bauspiele

27. April verlängert bis 7. Oktober 2012

Joachim Manz nutzt die Räume des spätklassizistischen Gebäudes des Bahnhofs Rolandseck als Bezugsgröße, um dort mit Wirklichkeiten, Dimensionen und Ausdehnungen architektonischer Welten zu spielen. Die von ihm entwickelten Skulpturen aus feinstem Beton in Form von Miniaturmodellen besitzen in ihrer Gestaltungsform und ihren Details eine strenge und schnörkellose architektonische Sprache. Ihren Platz finden sie auf Metallgestellen, an der Wand, oder versteckt in Wandeinlässen.

Dort begegnen sie dem Betrachter auf den ersten Blick als zweidimensionale Zeichnungen. Auf den zweiten Blick jedoch entpuppen sich die Linien einer vermeintlichen Zeichnung als Schlitze, die mit der Neugierde der Betrachter spielen und dazu animieren, durch Berührung Verborgenes freizulegen. Und tatsächlich, die Skulpturen sind beweglich und sollen es auch sein. Um die eigenen Achsen gedreht wölben sich plastische Formen halbkreisförmig vor die Wand. In den Hohlräumen oder den Halbschalen selbst entdeckt man detailreich ausgearbeitete Architekturen, die man nur zu gerne in große Dimensionen übertragen würde, um sich dort frei bewegen und diese entdecken zu können.


Die Eroberung der Wand
Nazarenerfresken im Blick der Gegenwart

25. März bis 9. September 2012

Nach rund 50 Jahren im Verborgenen zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck erstmals wieder gemeinsam die frisch restaurierten Fresken der zwölf Apostel des Nazarenerkünstlers Johann von Schraudolph (1808 –1879). Die in den 1960er Jahren abgenommenen monumentalen Wandmalereien, die ursprünglich die Apsis des Speyerer Doms schmückten, nehmen die lichtdurchfluteten Räume des Neubaus ein und fordern zwölf Künstlerinnen der Gegenwart auf, sich mit ihnen auseinander zu setzen.

Sonja Alhäuser, Fides Becker, Ariane Epars, Martina Klein, Zilla Leutenegger, Christiane Löhr, Franziska Nast, Johanna Reich, Karin Sander, Swoon, Dorothee von Windheim und Heike Weber treten in den verschiedensten Medien wie Video, Graffiti, Silikon oder einem Fresko aus Seife in einen fruchtbaren künstlerischen Dialog mit den historischen Wandgemälden.

Dabei spielt die Architektur – als unabdingbare Voraussetzung für ein Fresko – eine entscheidende Rolle. In ihren innovativen Wandarbeiten interpretieren die Künstlerinnen Farbe, Oberfläche, Ornamentik, Figürlichkeit sowie Religion und machen so auch die Kunstwerke des 19. Jahrhunderts auf eindrucksvolle Weise neu erlebbar.


Rheinromantik. Mythos und Marke

4. September 2011 verlängert bis 18. März 2012

Die Kulturlandschaft zwischen Drachenfels und Loreley ist romantischer Mythos und früher Tourismusmagnet zugleich. Erst zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert neu entdeckt, wurde der Rhein zu dem deutschen Strom und in der unmittelbaren Folge vom romantischen zum touristischen Sujet. In allen Kunstgattungen, in Literatur und Liedgut, aber auch in der Souvenirproduktion sind eine Vielzahl von Bildern oder literarischen Motiven entstanden, die noch heute unsere Wahrnehmung des Rheintals prägen. Die Ausstellung verschränkt den realen Blick auf den Rhein mit dem künstlerischen Blick: von der Bildenden Kunst – hier liegt der Schwerpunkt – bis hin zum Kitsch. Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine beeindruckende Installation von über 100 Bowletöpfen mit rheinromantischen Motiven. Seit seiner Fertigstellung 1858 ist der Bahnhof Rolandseck ein kulturhistorisch bedeutender Zugang zum romantischen Rhein. Die Ausstellung richtet auf ihn, als einen Ort der Rheinromantik, und seine sagenhafte Umgebung ihr besonderes Augenmerk.

Sendung auf rheinahr.tv zur Ausstellung:

Belvedere – Warum ist Landschaft schön?
24 aktuelle Ausblicke

4. September 2011 bis 4. März 2012

Belvedere – das ist die schöne Aussicht, die zumeist von einem erhöhten Punkt in die Landschaft geht. Die Landschaft erscheint aus einer solchen Perspektive wie ein Bild. Die Bilder, die wir uns in dieser romantischen Tradition von der Landschaft machen, genauer zu untersuchen und mit künstlerischen Mitteln zu befragen, ist das Thema der Ausstellung, die aktuelle Arbeiten von 25 Künstlerinnen und Künstlern versammelt. Auffällig ist, dass vor allem in den letzten Jahren zahlreiche Werke entstanden sind, die sich mit der Konstruktion von Landschaften als Sehnsuchtsorten beschäftigen. Die Natur erscheint hier schön, weil unberührt – obwohl sie es möglicherweise schon längst nicht mehr ist. Doch auch ausgewählte Werke der 1960er bis 1980er Jahre aus Pop Art, Land Art und Konzeptkunst sind Teil der Ausstellung, die zeigt, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit Landschaft lebendiger denn je ist. Die Ausstellung korrespondiert mit der zeitgleich im historischen Bahnhof stattfinden Ausstellung »Rheinromantik. Mythos und Marke«.


Biomorph!
Hans Arp im Dialog mit aktuellen Künstlerpositionen

27. Mai 2011 bis 8. Januar 2012

In Kooperation mit der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck eine umfassende Ausstellung zu Positionen der »Biomorphen Plastik«. Künstlerischer Ausgangspunkt ist Hans Arp, der zugleich Kunstpatron des BUGA Kunstkonzeptes ist. Arp gilt als der wegweisende Protagonist der organischen Abstraktion, die sich an den ständigen Entstehungs- und Wandlungsprozessen der Natur orientiert. Seine Arbeiten, besonders seine Plastiken inspirieren die Kunst seither. In der jüngsten Gegenwart beginnen Künstler weltweit erneut, die Thematik des »Organischen« und des »Biomorphen« inhaltlich und formal neu zu interpretieren. Durch die spannungsvolle Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Positionen werden die große Bedeutung und Aktualität Hans Arps einmal mehr offensichtlich. 34 Werke von Hans Arp finden ihre Dialogpartner in den Werken von neunzehn national und international bedeutenden Künstlern und Künstlerinnen: Darunter Tony Cragg, Bodo Korsig, Maix Mayer, Wilhelm Mundt, Ernesto Neto, Thomas Rentmeister, Christa Sommerer und Laurent Mignonneau.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Rheinland- Pfalz für Kultur.

Katalog zur Ausstellung im Snoeck Verlag, Köln


Kunstkammer Rau
Horizonte.
Landschaften von Fra Angelico bis Monet

18. März bis 8. Januar 2012

Die Natur in ihrer Farben- und Formenvielfalt war Ausgangspunkt für die Kunst Hans Arps. Dabei orientierte auch er sich an der Kunst der Vergangenheit. Ziel der Ausstellung ist es, anhand von ca. 40– 50 herausragenden Exponaten aus der Sammlung Rau, ergänzt durch hochkarätige Leihgaben, die Entwicklungen der Landschaftsmalerei bis in die Moderne zu verfolgen: von Fra Angelico bis Claude Monet, von den überweltlichen goldenen Himmeln des Mittelalters zu den phantastischen irdischen Höllenprospekten der Renaissance, von barocken Stimmungslandschaften zu den exotischen und arkadischen Idyllen des 18. Jahrhunderts, vorbei an den Naturgewalten der Romantiker hin zu den Impressionisten, die den Moment im Fluss der Zeit festhalten. Und oft ist es der Mensch, ob Künstler oder Modell, der sich im Abbild der Natur spiegelt, der sich in ihr sucht und fängt.



Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger
Hochwasser – Trink oh Herz vom Überfluss der Zeit!

6. Februar bis 14. August 2011

Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger gehören zu den international erfolgreichen Vertretern der Schweizer Kunstszene. Kennzeichnend für ihre Arbeiten sind die gemeinsam entwickelten raumfüllenden und vielteiligen Werke, die die Besucher umfangen und in kosmisch-lyrische Welten entführen.

Mit der ortsbezogenen Installation »Hochwasser – Trink oh Herz vom Überfluss der Zeit!« setzen sich Steiner & Lenzlinger mit der spezifischen Lage des Arp Museums am Rhein auseinander. Das Thema des Wassers und des Flusses beleuchtet den Aspekt einer »Lebensader«, die einen großen Reichtum an Lebensformen in sich birgt, die sich aber auch temporär bei Hochwasser in ein reißendes unkontrollierbares Naturereignis verwandeln kann. So wie dabei Natur auf Zivilisation trifft, werden auch in der Ausstellung Pflanzenteile, Äste, Schwemmholz, ausgestopfte Tiere, aber auch Plastik- und Styroporteile zu einem mitreißenden Parcours verflochten. Ohne zu moralisieren, ermutigt die Kunst von Steiner & Lenzlinger, unsere Lebensräume genauer zu betrachten, neu zu entdecken und in ein allumfassendes sinnliches Erlebnis einzutauchen.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Generalkonsuls und wird freundlich unterstützt von Pro Helvetia.

Filmbericht zur Ausstellung auf » eiskellerberg.tv

» Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger | The Sleeping Beauty | 2009
   im Tal – Stiftung Wortelkamp

Text zur Arbeit » imTal_steiner_lenzlinger.pdf

 

Martin Noël
Schichtwechsel

8. April bis 14. August 2011

Als langjähriger Protagonist der rheinischen Kunstszene zählte Martin Noël zu den wichtigsten in Bonn lebenden Künstlern. Mit der Wiederentdeckung des Holzschnitts entwickelte er seinen ganz individuellen Stil. Als seine »Vorbilder« sind Stadtlandschaften, die Natur und auch Werke aus der Kunstgeschichte anzusehen. So beispielsweise Hans Arps berühmter »Nabel« und Sophie Taeuber- Arps Motiv des Kreises.

Martin Noëls intensive und präzise künstlerische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Materialien wird in dieser Ausstellung besonders erfahrbar. So belegen beispielsweise vergoldete »Hölzer« unterschiedlicher Formate eindrucksvoll das Thema der Transzendenz, das im künstlerischen Werk Martin Noëls immer wieder spürbar ist. Besonderer Höhepunkt der Ausstellung sind die jüngst entstandenen großformatigen Malereien, in denen überraschend frei geführte farbige Pinselstriche die Leinwand beherrschen. Dabei wurde der vermeintlich einfache weiße Bildgrund, auf dem die Farben zu tanzen scheinen, mit bis zu 24 Weißtönen bearbeitet – sorgfältig Schicht um Schicht.
 

Hans Arp: Traumanatomie

19. November 2010 bis 1. Mai 2011

»Ich trieb auch Traumanatomie«,
so beschrieb der Dichter, Maler und Bildhauer Hans Arp (1886–1966) bildhaft und humorvoll seine Arbeit als Künstler. Arp war einer der bedeutendsten Vertreter der künstlerischen Avantgarde, jener intellektuellen Vorhut, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts binnen kurzer Zeit die Kunst für immer revolutionierte. So war er Mitbegründer der Dada-Bewegung und stand in den 1920er Jahren in engem künstlerischen Austausch mit den Surrealisten in Paris. Er gilt als der Pionier der organisch-abstrakten Formensprache, die sich an der Metamorphose, an den stetigen Wachstums- und WandIungsprozessen der Natur orientiert. Fasziniert von den natürlichen Prozessen des Werdens und Vergehens entwickelt Arp sein unverwechselbares Formenrepertoire. In sich geschlossen überrascht sein OEuvre so durch viele Facetten.

Die Ausstellung lädt die Besucher ein, die unterschiedlichen Aspekte seines einzigartigen künstlerischen Schaffens zu entdecken. Mit rund 100 Papierarbeiten, Reliefs und Plastiken setzt diese erste umfassende Sammlungspräsentation im Neubau des Arp Museums Bahnhof Rolandseck anhand von verschiedenen thematischen Gruppen gezielt Akzente.

Die Darstellung der menschlichen Gestalt bildet hierbei einen wichtigen Schwerpunkt. Zahlreiche Skulpturen laden außerdem dazu ein, den Wandel der Formen, die Metamorphose in Arps Werk zu erleben. In Papierarbeiten und Reliefs setzte sich Arp besonders in den 1930er Jahren mit dem Prinzip des Anordnens formal gleicher Elemente auseinander. So inspirierten ihn die Gestirne, Wolkenformationen oder Steine zu seinen Konstellationen. Auf poetische Weise lassen überdies die »Papiers déchirés« (zerrissene Papiere) die Rolle des Zufalls sichtbar werden. Arp erklärt den Zufall bereits früh zu einem Leitgedanken seines Schaffens und bezeichnet ihn als ein »Geschenk der Musen«. Schließlich entführen uns Gnome und Nymphen in die geheimnisvolle Märchenwelt des Künstlers, der sich zeitlebens die Sichtweise eines Träumers bewahren konnte.

2011 feiern wir nicht nur den 125. Geburtstag Hans Arps, sondern auch den seines Künstlerfreundes Hugo Ball (1886 –1927). Der in Pirmasens geborene Schriftsteller und Pionier des Lautgedichts war Gründer des Cabaret Voltaire, jener Zürcher Künstlerkneipe, in der Dada 1916 seinen Anfang nahm. In Kooperation mit der Hugo-Ball-Sammlung Pirmasens würdigen wir Arps Weggefährten mit einer Auswahl von schriftlichen und fotografischen Dokumenten


» Kultiversum: Video-Impressionen der Ausstellung

» Link zur Hugo-Ball-Sammlung Pirmasens

» die Rede von Staatssekretär Walter Schumacher
   zur Ausstellungseröffnung am 18.11.2010 (.pdf)


Arno Schmidt
Der Schriftsteller als Landschaftsfotograf

10. Dezember 2010 bis 20. März 2011

Arno Schmidt wurde schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten deutschen Literaten geehrt. Seine qualitätvollen Fotografien jedoch kennen nur Wenige. Zusammen mit seiner Frau Alice schuf Schmidt Schwarzweiß- und Farbfotografien, die vor allem die flache norddeutsche Moorlandlandschaft um ihren Wohnort Bargfeld dokumentieren. Ohne Rückgriff auf Dorfklischees und Heidekitsch gelingt es Schmidt, der ereignislosen Realität eine besondere Bedeutung beizumessen. Serien einzelner Motive bei unterschiedlicher Witterung und Beleuchtung lassen dabei den Zauber, den die Landschaft auf den Autor hatte, spürbar werden und eröffnen Einblick in die Wirklichkeitswahrnehmung Schmidts. Somit bieten die Fotografien auch eine neue Möglichkeit der Annäherung an sein literarisches Werk.

Die Ausstellung verbindet bestmöglich das Literaturprogramm des Museums mit der Bildenden Kunst. Zudem bildet sie den Auftakt für das im Bundesgartenschau-Jahr 2011 ausstellungsübergreifende Thema der »Landschaft« im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.


Kunstkammer Rau
superfranzösisch

16. September 2010 bis 27. Februar 2011

In einem farbenfrohen Reigen hält die Malerei herausragender französischer Meister Einzug in die Kunstkammer Rau. Dank ihrer Qualität und Vielfalt nimmt sie einen prominenten Platz in der Sammlung Gustav Raus ein.

Am Beispiel von über 60 Gemälden, Skulpturen und kunstgewerblichen Gegenständen erlebt man Geschichte in Bildern: von den anonymen Heiligenbildern des Mittelalters, über die Schäfer-Idyllen des Rokoko, die Porträts der Aufklärung bis zu den großen impressionistischen Landschaften – von Boucher, zu Fragonard, über Delacroix bis zu Degas, Monet und Cézanne, die das Licht und die Farben Frankreichs in die Kunstkammer Rau bringen.

In dieser Ausstellung lässt sich die Entwicklung der französischen Kunst vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert ablesen – am Beispiel herausragender Kunstwerke und ihrer Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker.



Daniel Spoerri
Weißt Du, schwarzt Du?

27. August 2010 bis 9. Januar 2011

Anlässlich des 80. Geburtstags von Daniel Spoerri zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck, zu dem der berühmte Schweizer Bildhauer und Initiator der Eat-Art schon seit den Zeiten des Künstlerbahnhofs in den 1960er Jahren eine enge Beziehung hat, die Ausstellung »Weißt Du, schwarzt Du?«. Der Ausstellungstitel geht auf einen Werktitel Spoerris zurück, der damit Hans Arp seine Verehrung erweist. Denn so lautet der Titel eines Gedichtes unseres Hauspatrons.

Die Ausstellung versammelt 130 hochkarätige Werke vom Beginn der 1960er Jahre bis hin zu Spoerris jüngsten Arbeiten aus 2009/2010. Diese großformatigen Bronzen, die »Prillwitzer Idole«, sind der vorläufige Höhepunkt von Spoerris fortwährender Beschäftigung mit dem Phänomen der »Originale in Serie«. Dazu gehören unterschiedlich variierte Holz- und Bronzeskulpturen, faszinierende Bilderzyklen wie »Carneval des animaux« und »Hommage à Topor« sowie die berühmten »Fallenbilder«. In Rolandseck werden erstmals auch überraschende Objekte aus Spoerris privaten Sammlungen gezeigt, die seine Lust am magischen Gegenstand verdeutlichen und ihn zugleich als leidenschaftlichen »Archäologen der Flohmärkte« ausweisen.

» http://www.danielspoerri.org/

Balmoral Blend
15 Jahre Künstlerhaus Schloß Balmoral

6. August bis 21. November 2010

Über 160 internationale Künstlerinnen und Künstler hat das Künstlerhaus Schloß Balmoral in Bad Ems seit 1995 durch Stipendien gefördert. In diesem Jahr feiert es sein 15-jähriges Jubiläum – Grund genug, anhand ausgewählter Werke aller Jahrgänge das künstlerische Schaffen im »Experimentallabor « Balmoral zu beleuchten. Die Ausstellung, die großzügig vom Kultursommer Rheinland-Pfalz 2010 mit dem Motto »Über Grenzen« unterstützt wird, ist die erste Kooperation zwischen dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck und dem Künstlerhaus Schloß Balmoral. Sie zeigt anhand von 40 Werken aus der Landessammlung Rheinland-Pfalz eine exquisite Mischung des zeitgenössischen Kunstschaffens: von der kleinformatigen Zeichnung bis hin zu raumfüllenden Videoinstallationen. Auf hintergründige, ernste, aber auch witzige Art und Weise setzen sich viele der Arbeiten mit dem Ort Bad Ems und dem Selbstverständnis als Künstler bzw. als Künstlerin auseinander, loten Grenzen aus und überschreiten diese - inhaltlich wie medial.
 

Das Fundament der Kunst.
Die Skulptur und ihr Sockel seit Auguste Rodin

25. Juni bis 24. Oktober 2010

Erstmals beleuchtet eine Ausstellung in diesem Umfang eines der spannendsten Themen der Bildhauerei: das vielfältige Verhältnis von Figur und Sockel in der Moderne. Seit der Antike hatte dieses »Fundament der Kunst« ausschließlich dienende Funktion. Erst Bildhauer wie Auguste Rodin holen die Skulptur vom Sockel und präsentieren sie auf Augenhöhe des Betrachters. In der Folge eröffnen sich dem »Unterbau« im 20. Jahrhundert neue und überraschende Perspektiven. Hans Arp beispielsweise spielt auf vielfältige Weise mit dem Sockel: Er löst die definierte Rollenverteilung von »oben« und »unten« auf, so dass der Sockel selbst dabei zum Kunstobjekt werden kann. Die Ausstellung, die von der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Arp Museums Bahnhof Rolandseck großzügig unterstützt wird, präsentiert mehr als 50 internationale Künstlerinnen und Künstler. Der Spannungsbogen reicht von den »Pionieren« Auguste Rodin, Alberto Giacometti und Piero Manzoni, über Hans Arp, Anthony Caro und Jean Tinguely bis zu Zeitgenossen, unter ihnen Marc Dion, Markus Lüpertz, Daniel Spoerri und Erwin Wurm. In Kooperation mit den Städtischen Museen Heilbronn und dem Gerhard Marcks Haus Bremen


Begleitprogramm:


Performance »Herr Individual geht« von Christian Hasucha
vom 18. Juni bis 2. Juli 2010 am Bonner Hauptbahnhof


Im Rahmen der Ausstellung »Das Fundament der Kunst. Die Skulptur und ihr Sockel seit Auguste Rodin« (25. Juni–24. Oktober 2010) im Arp Museum Bahnhof Rolandseck fand vom 18. Juni bis 2. Juli 2010 vor dem Bonner Hauptbahnhof eine Performance des Berliner Künstlers Christian Hasucha statt.

»Herr Individual« (Akteur: Carsten Weber) ging ab Freitag, dem 18. Juni 2010 immer montags bis samstags von 9–11 Uhr und von 15–17 Uhr auf einem 2,40 m hohen Betonsockel. In diesen war ein kurzes Laufband eingebaut, angetrieben durch einen starken Elektromotor. Das Laufband war auf zügiges Schritt-Tempo eingestellt. Auf ihm ging ein normal gekleideter Mann, einen alltäglichen Gegenstand in der Hand.

Bisher wurde diese Arbeit in Berlin (1987), Köln (1987), Pécs (1989), Frankfurt/Main (1990), Dublin (2003) und Bochum (2006) gezeigt. Sie entstand in Hasuchas Projektreihe »Öffentliche Interventionen« (www.hasucha.de).

Die Fotoaktion zu »Herr Individual geht« von Christian Hasucha vom 18. Juni bis 2. Juli 2010 ist beendet.

Öffentliche Führungen
Am vierten Sonntag jeden Monats, jeweils 15 Uhr
2 Euro zzgl. Museumseintritt

Samstag, 21. August 2010, 15 Uhr
Kuratorenführung
mit Dr. Oliver Kornhoff
Kosten 3,50 Euro zzgl. Museumseintritt

Sonntag, 3. Oktober 2010
Familienprogramm zum Tag der deutschen Einheit
14 Uhr Familienführung (2 Euro zzgl. Museumseintritt)
15–16.30 Uhr Familienkurs: Plastisches Gestalten mit Ton
(Erwachsene 6,50 Euro, Kinder 3,50 Euro, zzgl. Museumseintritt)

12.–16. Oktober 2010, jeweils 11–18 Uhr
Künstlerkurs »Bronzeguss«
mit Hans Peter Olleck
Kosten: 550 Euro




 


Kunstkammer Rau
Das Auge des Sammlers

5. Februar 2010 bis 29. August 2010

Kunst braucht Sammler: Kunstkenner, Kunstliebhaber, Menschen wie Gustav Rau.

Die zweite Ausstellung in der Kunstkammer Rau stellt die Person dieses außergewöhnlichen Sammlers in den Mittelpunkt. Was motivierte, was trieb den Industrie-Erben, den Wirtschaftswissenschaftler und engagierten Kinderarzt in Afrika dazu, Kunst zu sammeln? Wo liegen seine Motive? Am Beispiel von herausragenden Gemälden beleuchtet die zweite Ausstellung die Sammellust von Gustav Rau, um diese in die lange Tradition der Kunstsammlungen von Johann Friedrich Städel bis Ferdinand Franz Wallraf einzureihen. Eine dieser Kunstkammern bildet das Entrée der Ausstellung, ausgehend von einem Werk Jan Siberechts aus dem 17. Jahrhundert, das ein Kunstsammler-Paar inmitten seiner Gemäldegalerie zeigt. 31 Meisterwerke von Lucas Cranach d. Ä. über El Greco, Frans Snyders bis zu Claude Monet und Auguste Renoir schließen sich an.

WDR2 Beitrag zur Ausstellung

 

Karl Otto Götz
In Erwartung blitzschneller Wunder

Sonntag, 28. März bis 8. August 2010

Gemäß dem künstlerischen Leitmotiv von Karl Otto Götz, das der Ausstellung ihren Titel gibt, zeigt die umfangreiche Auswahl zum Teil großformatiger Gemälde die enorme Bandbreite, mit der der Künstler stets aufs Neue die vielfältigen Möglichkeiten der Abstraktion auslotet. Das Werk des Protagonisten des deutschen Informels zeugt von fortwährender Entdeckungsfreude bei der Ablösung des klassischen Formprinzips. Spontaneität und Geschwindigkeit des Schaffensprozesses finden ihren Niederschlag in den vielfältigen Variationen dynamischer Pinselspiralen und kristalliner Rakelstrukturen. K. O. Götz, geboren 1914 in Aachen, zeigt sich als Weggefährte Hans Arps. 1953 publizierte er ein Buch mit noch unveröffentlichten Gedichten des Straßburger Künstlers. Ähnlich wie Arp blieb auch Götz nicht bei einer künstlerischen Gattung, sondern widmete sich darüber hinaus Dichtung, Relief und Skulptur. Die mit freundlicher Unterstützung der K. O. Götz und Rissa-Stiftung realisierte Ausstellung präsentiert daher auch einige Stahlreliefs der 2000er Jahre.


Sonderführung »Karl Otto Götz. In Erwartung blitzschneller Wunder«
Sonntag, 18. Juli 2010, 15 Uhr
Die Künstlergattin Professorin Rissa führt durch die Ausstellung des international bekannten Informel-Künstlers Karl Otto Götz.
Kosten: 2 Euro, zzgl. Museumseintritt
 

Simone Demandt
Dunkle Labore

Sonntag, 28. März bis 18. Juli 2010

Die Ausstellung widmet sich der 1959 in Dortmund geborenen Fotografin Simone Demandt. Im Bahnhof Rolandseck werden großformatige Fotoarbeiten aus der Reihe »Dunkle Labore / Labs overnight« gezeigt. 2008 und 2009 hat die Künstlerin verschiedene wissenschaftliche und industrielle Forschungslabore, u.a. die Zellbiologie der Universität Karlsruhe, das Max-Planck Institut für Pflanzenforschung in Köln oder auch Parfumeur Tentunian in Karlsruhe menschenleer und ohne künstliche Beleuchtung oder Tageslicht aufgenommen. Dabei nutzt Demandt sowohl das geringe Eigenlicht der nächtlichen Räumlichkeiten als auch eine lange Belichtungszeit von ca. 8 Stunden. Die Stätten des Fortschritts, der wissenschaftlichen Forschung oder auch der Suche nach Erkenntnis lösen sich so in reine Strukturen, Lichtstreifen, Lichtpunkte und schwarze Flächen auf.

Simone Demandt studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Nach mehreren Lehraufträgen im Bereich Fotografie lehrt sie seit Oktober 2009 an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunstverein Ludwigshafen, wo zeitgleich weitere Werke der Künstlerin zu sehen sind.

Sophie Taeuber-Arp 1889 - 1943
Bewegung und Gleichgewicht

5. März bis 6. Juni 2010

Sophie Taeuber-Arp leistete einen der bedeutendsten Beiträge der Avantgardekunst in Europa. Als Ausdruckstänzerin beteiligt sie sich zunächst an den Soiréen der Dadaisten. Als Malerin, Textilgestalterin, Plastikerin und später auch als Innenarchitektin entwickelt sie eine unverwechselbare Bildsprache: Ein Zusammenspiel von Form und Farbe, von Rhythmus und Balance. Ziel ihres frühen Schaffens ist es, die traditionelle Trennung von angewandter und freier Kunst aufzuheben und somit Kunst in den Alltag zu integrieren. Durch ihre klaren geometrischen Kompositionen wird sie zur Schlüsselfigur der Konkreten Kunst. Anhand von 130 Werken wird das intensive wie facettenreiche OEuvre erlebbar. Gezeigt werden Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen und Werke aus dem Bereich der angewandten Kunst, darunter Woll- und Perlenwebarbeiten. Inspiriert durch ihr Werk und angelehnt an Sophie Taeubers einzigartig avantgardistisches Marionettenspiel »König Hirsch« wird ihr künstlerischer Weg wie in einer Bühneninszenierung nachgezeichnet.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kirchner Museum Davos und steht unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Botschafters.

Begleitprogramm zur Ausstellung »Sophie Taeuber-Arp«


Öffentliche Führungen zu »Sophie Taeuber-Arp«
am letzten Sonntag jeden Monats
jeweils 15 Uhr, Kosten 2 Euro, zzgl. Museumseintritt

Osterferienprogramm
Dienstag, 6. April bis Freitag, 9. April 2010, jeweils 11 bis 12.30 Uhr
KinderKunstKinder Bonn
Von der Verwandlung der Dinge. Dada-Marionetten nach Sophie Taeuber-Arp

Für Kinder ab 9 Jahren
Kosten: Kinder 10 Euro (für vier Tage)
Marionetten-Bastelkurs. Ausgehend von den berühmten Dada-Marionetten Sophie Taeubers entstehen aus Alltagsmaterialien phantastische Traum-Gestalten, die sich beständig verwandeln. Alle entstandenen Kurs-Arbeiten werden vom 27. Juni bis 11. Juli 2010 im Künstlerforum Bonn, Hochstadenring 22–24, 53119 Bonn ausgestellt.

Künstlerkurse

Sonntag, 14. März 2010, 14 bis 17 Uhr
Demonstration von Uta Bamberger
Perlenkunst – Erleben und praktisch erfahren
kostenfrei, zzgl. Museumseintritt

17. und 18. April 2010, 11 bis 18 Uhr
Denise Steger – Tanzworkshop
Ausdruckstanz nach Sophie Taeuber-Arp
Kosten: 100 Euro

Sonntag, 2. Mai 2010, 11 bis 18 Uhr
Uta Bamberger – Perlenweben
Kosten: 65 Euro inkl. Material

Familienkurs
Sonntag, 6. Juni 2010, 11 bis 13 Uhr
Menschenfiguren. Perlengewebte Schlüsselanhänger
mit Uta Bamberger
Kosten: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder 3,50 Euro, zzgl. Museumseintritt

Sonder-Veranstaltungen

Dienstag, 11. Mai 2010, 19.30 Uhr
Sophie tanzte und träumte.
Eine Tanz- und Textperformance von Nelly Bütikofer
Mitwirkende: Claire Birrfelder-May, Nelly Bütikofer, Karin Minger, Utz Bodamer, Bodo Krumwiede; Realisation: Fasson Theater Mit Texten von Hans Arp, Kurt Schwitters und Max Bill sowie Musik von Franz Liszt und Ludwig van Beethoven
Kosten: 25 Euro, ermäßigt 15 Euro

Sonntag, 16. Mai 2010, 14 Uhr
Tanzperformance von Denise Steger
mit begleitender Führung von Astrid von Asten
Kosten: 3,50 Euro, zzgl. Museumseintritt




hier und dort
Arbeiten von Erwin Wortelkamp
Bahnhof Rolandseck und
»im Tal« – Haus für die Kunst und Depositium

13. Dezember 2009 bis 14. März 2010

»Skulpturen suchen und finden ihren Ort«. Dieses künstlerische Credo Erwin Wortelkamps bildet den Ausgangspunkt für die Ausstellung »hier und dort«. Das Publikum kann diese Suche, diese »Verortung« an zwei verschiedenen Ausstellungsorten verfolgen: zum einen im spätklassizistischen Bahnhofsgebäude des Arp Museums Bahnhof Rolandseck und seinen Außenanlagen, zum anderen in der Stiftung Erwin und Ulla Wortelkamp mit dem »Haus für die Kunst und Depositum«, welche zukünftig als Schaulager für die Arbeiten von Erwin Wortelkamp unweit seiner Anlage »im Tal« in Hasselbach/Westerwald dient. In Rolandseck werden Skulpturen aus den unterschiedlichen Werkgruppen sowie Zeichnungen gezeigt. Die Auswahl der Arbeiten eröffnet uns vielfältige Fragestellungen in Hinblick auf Wortelkamps plastisches Schaffen. Grundlegende bildhauerische Themen wie Fragilität, Stabilität, Balance und Ruhe sind dabei von zentraler Bedeutung. Ebenso spannend wird die Frage nach dem Verhältnis von Skulptur und Architektur, Skulptur und Raum, Skulptur und Betrachter thematisiert und inszeniert. Siehe auch www.im-tal.de.

Download: Lageplan der Exponate außerhalb der Ausstellungs-Etage (wortelkamp-lageplan.pdf)

Download: Anfahrt/Wegbeschreibung zum Ausstellungsort »im Tal« (Anfahrtsskizze_Wortelkamp_neu.pdf)

Peter Hutchinson
Erträumte Paradiese

18. September 2009 bis 7. März 2010

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt die erste umfassende Retrospektive des berühmten Land-Art Mitbegründers Peter Hutchinson in Deutschland. Die Natur als übergeordneter Lebensraum nimmt immer einen zentralen Platz in seinen Arbeiten ein. »Erträumte Paradiese« aus allen Schaffensphasen von den 1960ern bis hin zu den jüngsten Werken von 2009 breiten sich im Neubau von Richard Meier aus. Die Vielfalt seines OEuvres wird dabei durch Fotocollagen, Objektkästen, Skulpturen und Filme sowie durch dokumentarische und lyrische Textbeiträge anschaulich. Ausgangspunkt für die Ausstellung bildet seine große Bepflanzungsarbeit »Thrown Ropes Remagen«, die seit 2001 zum Skulpturenuferprojekt der Stadt Remagen und des Arp Museums Bahnhof Rolandseck gehört.
Auch 2009 wird der Außenraum zum Kunstraum. Mit der großzügigen Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Arp Museums Bahnhof Rolandseck wird Peter Hutchinson speziell für das Außengelände des Neubaus von Richard Meier eine Bodenarbeit mit dem Titel »Arp Anthracite Triangle« realisieren.




Feedback

Werke aus der Sammlung von Arp bis Herold

Teil I: 10. Juli 2009 bis 8. November 2009
Teil II: 17. November 2009 bis 16. Februar 2010

Seit 1987 besitzt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck eine ständig wachsende inzwischen 460 Exponate umfassende qualitätvolle Sammlung internationaler Gegenwartskunst mit Werken u. a. von Francis Picabia, Hans Richter, Günther Uecker und Georg Herold. Ergänzend erwarb das Land Rheinland- Pfalz für den Neubau des Arp Museums Bahnhof Rolandseck von 1996 bis 2003 rund 400 Skulpturen, Reliefs, Papier- und Textilarbeiten von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp.

Die Ausstellung »Feedback« wird die unterschiedlichen Sammlungsstränge des Arp Museums näher beleuchten und der Frage nach möglichen Beziehungsgeflechten der Arbeiten nachgehen. Dabei geht es sowohl um inhaltliche, wie auch um formale Bezüge. Wie reagieren die einzelnen Arbeiten aufeinander? Entsteht überhaupt so etwas wie ein Feedback innerhalb der unterschiedlichen Sammlungen? Was haben die Arbeiten von Hans Arp beispielsweise mit denen von Dieter Roth zu tun? Wie stark und richtungweisend wird eine Sammlung durch die Bindung von Künstlern an einen Ort eigentlich geprägt?

Zur Ausstellung erscheint ein Bestandskatalog der seit 1987 angekauften Werke der Gegenwartskunst.

Kunstkammer Rau:
Tiepolo und das Antlitz Italiens
im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

verlängert bis 17. Januar 2010

35 italienische Meisterwerke aus 5 Jahrhunderten bilden den spektakulären Auftakt einer spannenden Ausstellungsserie in der »Kunstkammer Rau«. Die Auftaktausstellung hebt einen der ganz großen Künstler besonders hervor: Giandomenico Tiepolo, den Meister des venezianischen Rokoko. Seine 2,60 Meter hohen Fresken bilden das Zentrum der Ausstellung, die sich in Stillleben, Interieurs, Heiligendarstellungen, Landschaftsbildern und Porträts von der Renaissance bis in die Moderne ganz dem Thema Italien widmet. Die Ausstellung vereint einige der Höhepunkte, die die italienische Kunst über 5 Jahrhunderte hinweg zu bieten hat: majestätische Helden der Familie Porto auf den Wandmalereien Giandomenico Tiepolos, stille Heilige Fra Angelicos, dramatisch beleuchtete biblische Heroen Guido Renis oder komische Narren Pietro Longhis. In der Kunstkammer Rau lässt sich Italien sinnlich erfahren: durch einen Spaziergang auf einem der lichtüberfluteten Plätze Canalettos, durch den geheimnisvollen Blick einer schönen jungen Dame oder angesichts der duftenden Köstlichkeiten in neapolitanischen Stillleben.


 


Michael Buthe
Der Engel und sein Schatten

28. August bis 29. November 2009

Als rastloser Nomade zwischen Orient und Okzident, sowie als unbekümmerter Grenzgänger mit charismatischer Ausstrahlung, zählt Michael Buthe (Sonthofen 1944 – 1994 Bonn) zu den schillernden Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Auf unzähligen Reisen in den Orient erweckten religiöse Rituale, orientalische Sitten und Mythen seine Faszination. Ideen und Material dieser Erkundungsreisen in die Ferne arbeitete er fantasievoll in seine Kunst ein. Sein OEuvre ist anarchisch und vielgestaltig: Es schöpft aus den Kulturen der Welt, jongliert mit Kitsch und Klischees, verschränkt Kalkül mit Sinnlichkeit, sucht das Magische im Alltäglichen, feiert Poesie und Spiritualität in einer technisierten Gegenwart.
In Buthes rheinischer Wahlheimat werden über 60 Werke seiner Kunst gezeigt. Im Zentrum der Ausstellung stehen Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Objekte der 1960er und 1970er Jahre, darunter Werke aus Privatbesitz, die erstmals öffentlich gezeigt werden.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Ernst Barlach Haus Hamburg.

Begleitprogramm


Öffentliche Führungen am zweiten Sonntag jeden Monats, 15 Uhr (kostenfrei)

Kuratorenführung am 30. August, 11.30 Uhr (2,50€ zzgl. Museumseintritt)

Ausstellungsrundgang mit Museumsdirektor Dr. Kornhoff und den ehemaligen Buthe-Schülern Stefan Kürten und Detlef Holtgrewe am 10. November, 18 Uhr

Offener Familienkurs mit Einführung in die Collagetechniken von Buthe am 29. November, 15–17 Uhr (Anmeldung unter Tel. 02228/9425-63)

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 27. August 2009, 19 Uhr spielt Wolfgang Niedecken zusammen mit der Geigerin Anne de Wolff live sein Michael Buthe gewidmetes Lied »Novembermorje«.

 


Jonathan Meese
Erzstaat Atlantisis

1. Mai bis 30. August 2009

Nur in der Kunst kann gelingen, was in der Wissenschaft auf immer Unmöglichkeit bleiben wird: die Auffindung von Atlantis. Diesen mythischen Ort traumatischer Verzweiflung und sehnsuchtsvoller Hoffnung hat Jonathan Meese für sich entdeckt. Der international agierende Maler, Bildhauer, Wort-, Klang- und Aktionskünstler errichtet in Rolandseck den »Erzstaat Atlantisis«. Seine szenographische Inszenierung aus Bronzegussplastiken, Gemälden, Installationen und Klangkollagen führt von der Wasseroberfläche in die Tiefe und wieder empor – vom Rheinufer hinein in den Berghang und 40 Meter hinauf in den lichtdurchfluteten Bau des Arp Museums von Richard Meier. Das versunkene Inselreich ist hier als »Antirealität« erlebbar, die mit Utopie gefüllt werden möchte. In Meeses Rolandsecker »Saalstaat« herrscht die »Diktatur der Kunst«, die sich mit spielerischer Leichtigkeit und dem nahezu vollständig präsentierten bildhauerischen Werk einer der ältesten Utopien der Menschheit annimmt.

» Pressemitteilung Jonathan Meese (doc)

» Film über Jonathan Meese auf eiskellerberg.tv

» Fotos von Jan Bauer

Modellstück
Werke von Hans-Jörg Georgi, Stefan Häfner, Reinhard Mucha, Tobias Rehberger, Peter Sauerer, Ernst Stark

15. Mai bis 16. August 2009

Das klassische Modell stellt bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich ein Zwischenstadium dar, ein Hilfsmittel auf dem Weg zum endgültigen Kunstwerk. Die Künstler der Moderne entwickeln das Thema Modell weiter und schaffen Kunstwerke mit Modellcharakter. Die ausgestellten Arbeiten der Bildhauer, Objekt- und Installationskünstler Hans-Jörg Georgi, Stefan Häfner, Reinhard Mucha, Tobias Rehberger, Peter Sauerer und Ernst Stark widmen sich eben diesem Thema. Die Darstellungen von Flugzeugen, Autos, Wäldern, miniaturisierten Lebenswelten, Häusern und Gedankengebäuden lassen durch ihre abbildhafte Treue sowie eine exakte Maßstäblichkeit ein Bild der Realität vor den Augen entstehen, das sie durch die Spuren handwerklicher Bearbeitung wieder infrage stellen. Zwischen Konstruktion und Destruktion, Stabilität und Unsicherheit eröffnen diese Modellstücke dem Publikum ein irritierendes Wechselspiel von Illusion und Desillusion. Sie laden ein, zwischen Modell und Wirklichkeit eine neue, eigene Perspektive einzunehmen.

Art is Arp

Zeichnungen, Collagen, Reliefs, Skulpturen, Poesie

13. März bis 14. Juni 2009

»For Arp, art is Arp« Dieser Ausruf von Marcel Duchamp gibt einer Ausstellung den Titel, deren Ziel es ist, der Formen- und Geisteswelt der Arp‘schen Kunst auf den Grund zu gehen und die wichtigsten Schaffensprozesse, deren Gesamtkontext und Entwicklung darzustellen. Für die umfassende Retrospektive wurden mehr als 100 Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Reliefs sowie etwa 80 Texte, Fotografien und Dokumente ausgewählt. Diese finden in einer eindrucksvollen Inszenierung im Neubau von Richard Meier ihren idealen Rahmen.

Der 1886 in Straßburg geborene Hans (Jean) Arp zählt zu den bekanntesten avantgardistischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er war Mitbegründer der Zürcher Dada-Bewegung. Das herausragende Talent des »Großen Der-Die-Das«, wie Arp sich selbst nannte, bestand darin, scheinbar Unvereinbares in seinem Werk zu vereinen: Dadaismus und Surrealismus, Surrealismus und Konstruktivismus.

Schon in sehr jungen Jahren wendet sich Arp von der traditionellen Malweise ab und der Natur zu. Das »Gesetz des Zufalls«, das Prozesshafte und der Automatismus bilden die wichtigsten Schaffensprinzipien seiner Arbeiten. Die Ausstellung gewährt einen tiefgehenden Einblick in die Formensprache des Künstlers, in der das »bewegte Oval« als Ursprungsform sowie als Ausdruck von Wachstum und Metamorphose eine zentrale Position einnimmt.

Ein Schwerpunkt der Gesamtschau liegt auf den Gemeinschaftsarbeiten, die Arp mit anderen Künstlerinnen und Künstlern wie Max Ernst, Sonia Delaunay oder Alberto Magnelli, besonders aber mit seiner Frau Sophie Taeuber-Arp schuf. Zusammen mit ihr und Theo van Doesburg entstand auch die Umgestaltung der Straßburger Aubette zu einem Vergnügungskomplex nach amerikanischem Vorbild. Als eines der ersten avantgardistischen Gesamtkunstwerke führt das Projekt »Aubette« den Gedanken der ständigen Erweiterung von Malerei und Architektur vor Augen.

Darüber hinaus wird mit dieser Ausstellung Arps qualitätvolles literarisches Schaffen zu seinem bildkünstlerischen Werk in Bezug gesetzt. Neben zentralen Texten werden Tonaufzeichnungen seiner Gedichte zu hören sein, die verdeutlichen, wie er spielerisch alle konventionellen Sprachregeln außer Kraft setzt.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Arp Museums Bahnhof Rolandseck mit dem Musée d’Art moderne et contemporain in Straßburg. Sie bietet dem Publikum einen vielfältigen Schlüssel zum Verständnis Arps, der durch die Abkehr von jeglicher Tradition einen wichtigen Beitrag leistete, die Kunst im beginnenden 20. Jahrhundert von den ästhetischen und gesellschaftlichen Bestimmungen der vorangegangenen Jahrzehnte zu lösen.

» Pressemitteilung »Art is Arp« (doc)

Mythos Märklin

– eine Ausstellung

24. Oktober 2008 bis 3. Mai 2009

Im Jahr 2009 wird eine der ältesten und bekanntesten Marken Deutschlands 150 Jahre alt. Sie steht für die Geschichte des Spielzeugs schlechthin und hat vielen Generationen die Welt der Technik im Spiel nähergebracht. Ihren heutigen Ruhm verdankt sie in erster Linie der Eisenbahn, mit deren Miniaturen sie dem nach wie vor wichtigsten Verkehrsträger unseres Landes viele Sympathien einfährt. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt in der Ausstellung »Mythos Märklin« die Geschichte des Blechspielzeugs und präsentiert einige der wertvollsten Exponate früherer Märklin-Produktion.

Augenecho

Kurt Kocherscheidt - Malerei
Elfie Semotan - Fotografie

17. Oktober 2008 bis 13. April 2009

Daß seine sinnlich hoch präsente Kunst bislang mehr in der Fachwelt als in der breiten Öffentlichkeit ihr Echo fand, mag an seiner quergängerischen Eigenständigkeit liegen: In den 1960er Jahren begann Kurt Kocherscheidt zu malen, als Fluxus die Malerei zu überwinden trachtete; und als die Jungen Wilden die gegenständliche Kunst wieder salonfähig machten, verabschiedete er sich von der abbildhafte Figuration. Die Ausstellung »Augenecho« widmet sich einem Künstler, der trotz Documenta-Beteiligung und hoch gelobter Ausstellungen noch entdeckt werden möchte. Gezeigt wird das Spätwerk des 1992 mit 49 Jahren jung verstorbenen Österreichers: Stillleben der späten 70er, Körperbilder der frühen 80er und die Erträge zunehmend entfesselter Malakte der letzten Jahre: übereinandergespachtelte Farbmassen, ovale, spiralige, zackige oder gerasterte Kompositionen, deren rhythmische Farbklänge in wandfüllenden Mehrteilern die Grenzen des Tafelbildes sprengen – und körperhaft emotional berühren wie Musik. Kocherscheidt ist in der Ausstellung als Maler und als Mensch gegenwärtig. Seine Frau Elfie Semotan, eine weltweit gefragte Mode- und Starfotografin, trägt Porträt- und Atelierbilder zu dieser großen monografischen Ausstellung im Neubau des Arp Museum bei.

Licht auf Arp

Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp aus der Sammlung des Landes Rheinland-Pfalz

bis 22. Februar 2009

Zwischen 1996 und 2003 erwarb das Land Rheinland-Pfalz etwa 400 Werke des Künstlerpaares Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Zu der Sammlung zählen Skulpturen und Reliefs aus Metall, Marmor oder Holz, Papier- und Textilarbeiten und einige seltene gemeinschaftliche Arbeiten. Nachdem 1997 im Landesmuseum Mainz erstmals die frühen Ankäufe umfassend zu sehen waren, wird nun unter dem Titel "Licht auf Arp" eine Auswahl aus der gesamten Sammlung gezeigt.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet das plastische Werk Hans Arps. Unter dem natürlichen Oberlicht der beiden großen Ausstellungssäle finden seine fließenden, durch die Natur inspirierten Formen in der offenen Architektur Richard Meiers eine ihnen entsprechende Präsentation. Sophie Taeuber-Arp gilt als Schlüsselfigur der konstruktiven Kunst in der Schweiz. In ihren geometrisch-abstrakten Arbeiten variiert sie klare vertikal-horizontale Bildordnungen ebenso wie rhythmisch bewegte Linien. Figuren und gegenständliche Motive deutet sie nur symbolhaft an. Im Kabinett führt eine Auswahl von Textilarbeiten, Zeichnungen, Gemälden und Reliefs in die Kunst Sophie Taeuber-Arps ein.

Isa Melsheimer
Fremdenzimmer

18. April 2008 bis 28. September 2008

Isa Melsheimer nennt ihre Ausstellung "Fremdenzimmer". Damit greift sie ein für alle Menschen grundlegendes Thema auf: Wie heimisch oder eben heimatlos fühlt man sich, wenn man in der Fremde ist oder gar wohnt? Für Isa Melsheimer ist dies eine Frage, die sich grundsätzlich an den Ort und an die Architektur richtet. Die Frage betrifft aber vor allem das Zimmer, in dem man in der Fremde wohnt. Die "Fremdenzimmer", die sie im Bahnhof Rolandseck einrichtet, bestehen unter anderem aus Alltagsgegenständen, erinnernd an die der 60er Jahre, aus Einbauten, die die Räume verändern und textilen Arbeiten, die mit ihren Stickereien detailliert die Installationen erzählerisch begleiten und ergänzen.

Anselm Kiefer Wege der Weltweisheit/Die Frauen der Revolution

29.09.2007 – 28.09.2008

In seinen frühen großformatigen Holzschnittcollagen "Wege der Weltweisheit" hat Anselm Kiefer ironisch und pathetisch Geschichte rekapituliert und sich zugleich intensiv mit der Tradition der Moderne auseinandergesetzt. Neben den "Deutschen Geisteshelden", die im Erdgeschoss des Neubaus von Richard Meier eine Art eigene Walhalla bilden, werden "Die Frauen der Revolution" zugegen sein. Bleierne Betten, die die Namenberühmter französischer Frauen tragen und den Bogen nach Frankreich schlagen, wo Kiefer seit vielen Jahren lebt und arbeitet. Ergänzt wird die Ausstellung durch ausgewählte Bücher zur gleichen Thematik.

Johannes Brus Der ganze Eisberg

29.09.2007 – 28.09.2008

Im neuen Pavillon, neben den Bahngleisen, wird der Bildhauer Johannes Brus mit seinem Atelier aus dem früheren Wasserwerk der Firma Krupp in Essen ausstellen. Er installiert seine Bildhauerwerkstatt, eine Art Arche Noah, programmatisch unter dem Titel "Der ganze Eisberg". Mensch, Tier, Mythen und Maschinen bilden die wichtigsten Themen seiner Kunst. Für seine Figuren verwendet er zumeist Gips und Beton, wobei der Herstellungsprozess durch Gussnähte oder auch Gusskanäle erkennbar bleibt. Das Material lässt ihm auch die Möglichkeit, bestehende Formen immer wieder zu verändern.

Hans Arp. Die Natur der Dinge

29.09.2007 – 30.03.2008

Das vielschichtige Zusammenspiel von Natur, Mensch und Dingwelt im Werk Hans Arps (1886-1966) bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung "Hans Arp. Die Natur der Dinge". Skulpturen, Reliefs und Papierarbeiten aus allen Schaffensperioden sollen ins Zentrum seiner künstlerischen Auffassung führen und seine lebenslange Auseinandersetzung mit der Natur - die Prozesse von Entstehung und Wachstum, von Vergänglichkeit und Zerstörung - veranschaulichen. Gezeigt werden Werke aus den eigenen Beständen sowie aus internationalen Sammlungen, darunter Werke aus dem MoMA, New York, dem Centre Pompidou und dem Kunstmuseum Basel.

Anton Henning
[...] und immer eine gute Linie
Zeichnungen und Skulpturen 1984 - 2007

29.09.2007 – 30.03.2008

Internationale Bekanntheit erzielte Anton Henning bishe rhauptsächlich durch zahlreiche Ausstellungen im Bereich Malerei und Interieur. Vor drei Jahren hat er die bis heute bestehende Ausgestaltung des Bistros "Interieur No. 253" im Bahnhof Rolandseck übernommen. Hier werden nun erstmals das zeichnerische Werk sowie die Skulpturen in einem dichten Überblick gezeigt. Zeichnungen von 1984 bis 2002 stehen in engem Dialog mit kürzlich entstandenen Skulpturen aus Holz und Bronze. Im Experimentieren und Kreisen um die Formen bekannter Vorlagen veranschaulicht das zeichnerische Werk die kontinuierliche Entstehung eines eigenen künstlerischen Stils.

Michael Craig-Martin Constellation

29.09.2007 – 30.03.2008

Die Arbeit „Constellation“ geht auf die Ausstellung „Arp Craig-Martin Arp“ zur Wiedereröffnung des Bahnhofs Rolandseck im Oktober 2004 zurück. Michael Craig-Martin hatte unterschiedliche Reliefs und Skulpturen von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp ausgewählt und präsentiert. Vor allem aber schuf er im mittleren Ausstellungsraum mit einer von ihm entworfenen schwarzweissen Tapete ein Bild–Environment. Das Tapetenmuster bestand aus verschiedenen grafisch entworfenen Alltagsgegenständen. Auf die tapezierte Wand verteilte er elf Gemälde mit Motiven, die dieselben auf der Tapete überdeckten und als Malerei wiederholten. Sieben der Gemälde hat er nun für seine neuerliche Installation in Rolandseck ausgewählt und unter dem Titel „Constellation“ auf dem Tapetengrund platziert.

Von frühen konzeptuellen Anfängen führte Craig-Martin der Weg zu einer Bildsprache, deren Zeichenhaftigkeit, klare Lesbarkeit sowie formale und inhaltliche Komplexität unsere Gebrauchswelt in sehr deutlicher Weise symbolisieren. In seinen Bildern und raumbezogenen Installationen verbindet er zwei elementare künstlerische Techniken: das Zeichnen und das Malen. Er entwickelt dabei eine universelle Bildsprache von Alltags- und Kunstobjekten. Michael Craig-Martin sagt über seine Bildsprache: »Die Gegenstände, die zu zeichnen ich mich entschied, waren alle sehr alltäglich, gut erkennbar, von Menschen erdacht, reproduzierbar und maschinell gefertigt. Ich wählte sie, weil sie für mich eine wirklich universelle Sprache der modernen Welt bildeten ... «

Michael Craig-Martin wurde 1941 in Dublin geboren. Er lebt und arbeitet in London.

 

Simon Pasieka. Bilder und Zeichnungen

28.06 – 9.09.2007

Simon Pasieka zeigt im Bahnhof Rolandseck großformatige Tuschezeichnungen und Bilder. Sie zeigen jugendliche Protagonisten, die eben noch mit allerlei Verrichtungen beschäftigt waren, ungewöhnliche Experimente starten oder sich in Träume wiegen und die über ihrem sommernächtlichen Treiben in eine Art tiefe Bewusstlosigkeit verfallen. Auf der scheinbaren Suche nach dem Paradies haben sie sich ans Wasser, in den Wald, an einsame Orte zurückgezogen, in die sich auch Versatzstücke aus der so genannten Zivilisation eingeschlichen haben, wie Teile von Fahrzeugen, eine Discokugel oder Konservendosen.

 

Wunderkammer Bahnhof Rolandseck - Das Sammeln von Johannes Wasmuth

16. März 2007 bis 17. Juni 2007

Die Ausstellung würdigt die Verehrung der Künste und Künstler durch einen leidenschaftlichen Sammler. Sie ist auch ein posthumer Dank an Johannes Wasmuth, der vor nunmehr zehn Jahren im Bahnhof Rolandseck starb. Aus seiner Kunstsammlung, die er der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V. hinterlassen hat, zeigt die Ausstellung, stellvertretend für sein lebenslanges Sammeln, Arbeiten von: Hans Arp – Guillaume Apollinaire – Franz Bernhard – Ulrich Erben – Bruno Goller – Gotthard Graubner – Hans Richter – Michel Seuphor – Sophie Taeuber-Arp

Sammeln stellte im persönlichen Leben von Johannes Wasmuth ein wichtiges und entscheidendes Moment dar: inspiriert von leidenschaftlicher Begeisterung für Kunst und Musik, getragen von Künstlern, die seine Freunde waren und angetrieben von einem sich mehr und mehr entwickelnden Qualitätsbewusstsein. Im Bahnhof Rolandseck, der Stätte seines jahrzehntelangen Wirkens, entwickelte sich seine Sammlertätigkeit stetig: ausgehend von einer eher privaten Sammlung, hin zu einer Kollektion mit musealem Anspruch. Denn sein erklärtes Ziel, dem er in seinen letzten Lebensjahren alles, auch sein Sammeln unterordnete, war ein Arp-Museum in Rolandseck, das nun im Herbst 2007 seine Pforten öffnen wird.

 

Dieter Krieg
Macht Nichts


Gezeichnete Bilder

19.12.06 - 25.02.07

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt Zeichnungsbilder des in Lindau am Bodensee geborenen Künstlers Dieter Krieg (1937 - 2005) unter dem Titel " Macht Nichts" aus dem Besitz der Stiftung Dieter Krieg.
Außerdem wird eine begrenzte Auswahl später großformatiger Acrylbilder zu sehen sein. Die gezeigten Kohlezeichnungen, auf Leinwand mit Acryl überzogen, aus dem Jahr 2004 gehören zu dem letzten umfangreichen Werkzyklus des Malers. Alltägliche Motive verbinden sich mit eingeschriebenen Wörtern und Aussagen. Die Sprache ironisiert und korrigiert zugleich das Dargestellte.

Ungewöhnliche Kombinationen von Schrift und Bild regen die Fantasie des Betrachters an. Zeitgleich wird im Kunstmuseum Bonn die Ausstellung "Wörtliche Malerei - Rolf-Gunter Dienst, Dieter Krieg" gezeigt. Die Parallelausstellungen in Bonn und Rolandseck ergänzen sich gegenseitig. Zu den Ausstellungen erscheint ein umfassender Katalog und das komplette Werkverzeichnis der Zeichnungsbilder von Dieter Krieg.

 

Wunderkammer Bahnhof - 150 Jahre Bahnhof Rolandseck


14.Oktober bis 10. Dezember 2006

1856 wurde die Bahnstrecke Bonn - Rolandseck offiziell mit einer Festfahrt in Betrieb genommen. Mit der Ausstellung "Wunderkammer Bahnhof - 150 Jahre Bahnhof Rolandseck", feiert das Arp Museum vom 14. Oktober bis zum 10. Dezember 2006 das 150jährige Jubiläum des Bahnhofs Rolandseck.

Die Ausstellung gliedert sich in drei thematische Bereiche. Historie und Architektur befassen sich mit der Baugeschichte des historischen Bahnhofsgebäudes, dessen Einbindung in die Thematik der Rheinromantik, die Nutzung als Bahnhofsgebäude und seine Bedeutung als gesellschaftlich-kultureller Treffpunkt. Der zweite Themenbereich greift die musikalische und literarische Veranstaltungstradition seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts auf.

Der dritte Bereich, als Ausstellungsschwerpunkt, beinhaltet die bildende Kunst mit Arbeiten, die sich in der Sammlung der Stiftung Bahnhof Rolandseck, Privatsammlungen und Landessammlungen befinden. Gezeigt werden Kunstwerke von Günther Uecker, Manfred Kuttner, Lajos Barta, Gerhard Marcks, Stephen McKenna, Hans Richter, Johannes Grützke u.a., die eine enge Bindung seit den 60er Jahren zum Bahnhof Rolandseck pflegten, dort arbeiteten, lebten und mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen aus dieser Zeit und später im Bahnhof vertreten sind.

 

Künstlerkoffer im Bahnhof Rolandseck

Ausstellung des Arp Museums in Zusammenarbeit mit dem Forum Kunst Rottweil aus einer Künstleraktion 1980

11. August bis 3. Oktober 2006


Künstlerkoffer gehen auf Reisen. 200 von Künstlern ausgestaltete und gepackte Holzkoffer hatte das Forum Kunst in Rottweil 1980 in einer Aktion zusammengeführt. Nach 26 Jahren werden sie jetzt erstmals wieder geöffnet und im traditionsreichen Bahnhof Rolandseck ausgestellt. Europäische Künstler von A bis Z hatten sich beteiligt, darunter Adzak, Bogart, Eggenschwiler, Genzken, Heerich, van der Meulen, Stöhrer, Zangs. Koffer gehören auf den Bahnhof. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt eine wechselnde Auswahl der als Sperr- oder Expreßgut deklarierten Künstlerkoffer im Standardformat aus Anlass des 150jährigen Geburtstages des historischen Bahnhofs Rolandseck.
 

Richard Deacon
THE SIZE OF IT

13. Mai bis 23. Juli 2006

Richard Deacon, britischer Bildhauer, geb. 1949 in Bangor, Wales, lebt und arbeitet in London. Seit 1999 lehrt er an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris.

Richard Deacon gilt weltweit als einer der bedeutendsten Bildhauer, der an die Ideen von Naum Gabo, Henry Moore und Hans Arp anknüpft und für die Autonomie der Skulptur eintritt. Seine Skulpturen stehen alleine für das, was sie sind und was sie zeigen. Sein familiärer Hintergrund öffnet ihm die Einsicht in die Notwendigkeit, amorphe Formen in ein Verhältnis zur komplexen Formenwelt der Technik und Mathematik zu setzen. "Chaotische" Formen galten zur Zeit von Arp und Moore noch als irrational. Die gleichen Formen sind heute berechenbar. Richard Deacon's Skulpturen bezeugen diesen Wechsel.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Artium-Centro-Museo Basco de Arte Contemporáneo, Vitoria-Gasteiz, Spanien und dem Sara Hildén Art Museum, Tampere, Finnland entstanden.

Hans Arp
Ein Rückblick auf die Arp-Wanderausstellung in Japan 2005

16.12.2005 bis 29.01.2006

Zwischen dem 16. Dezember 2005 und dem 29. Januar 2006 sind Teile der in Japan gezeigten Ausstellung in den Räumen des Bahnhofs Rolandseck zu sehen.

Anlässlich des Deutschlandjahres in Japan hat das Arp Museum Bahnhof Rolandseck eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Hans Arp (1886 - 1966) konzipiert und kuratiert. Sie diente als offizieller Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz an "Deutschland in Japan 2005 - 2006" und wurde von der TOKYO SHIMBUN, einer der größten Zeitungsgruppen in Japan, organisiert. Rund 190 Werke des Mitbegründers des Dadaismus und des Begründers der organischen Plastik wurden unter dem Titel "Hans Arp: Works from the collections of the Arp Museum Bahnhof Rolandseck" in vier japanischen Museen gezeigt.

Im Januar 2005 wurde die Ausstellung im Museum of Modern Art in Hayama eröffnet. Die beiden folgenden Ausstellungsstationen bildeten das Kawamura Memorial Museum in Sakura und das Okazaki Mindscape Museum. Im November endete die Austellungstournee im Gunma Museum of Art in Tatebayashi.

Durch die unbeschreibliche Synthese von Landschaft und Architektur bot jedes Museum auf seine Weise einen reizvollen Rahmen für die Werke des Künstlers Hans Arp, dessen Skulpturen sich nach eigenem Wunsch in der Natur verlieren sollen.

Das für Japan erarbeitete Konzept wurde dabei als Grundlage der Präsentation beibehalten. Die Werke - Reliefs, Skulpturen und Papierarbeiten - wurden in acht Gruppen gegliedert, die je einen Leitgedanken der Kunst Hans Arps aufgreifen:

  • Die menschliche Gestalt
  • Geometrische und symmetrische Aspekte
  • Die Welt der Märchen
  • Schrift als Kunstform
  • Die Objektsprache
  • Zur Bedeutung des Metamorphosegedankens
  • Konstellation und Konfiguration: Das Prinzip des Ordnens und Anordnens
  • Der Zufall des Gestaltungsprinzips
Zur Ausstellungstournee in Japan erschien ein japanischer/englischer Katalog, der für die Ausstellung im Bahnhof Rolandseck durch ein deutschsprachiges Supplement ergänzt wird.

Sery C.
Ermalte Architekturen - Rubber Paintings Rolandseck I - V , 2000/2001, Open Arp Gate - Final Version, 2005

27.10.2005 - 31.01.2006

Sery C. ermalt seit über fünfzehn Jahren architektonische Topoi von Museen weltweit. Er wendet sich behutsam der Architektur zu und bemalt mittels Kautschuk situativ bestimmte Orte nach einem spezifischen Auswahlverfahren. Er nennt es selbst installative Malerei, um anschließend dieses aus der Tektonik des Raumes gewonnene Bild wieder als eine Art Bildhaut abzunehmen. Seine Malereien sind also zum einen faktische Zeugnisse von architektonischen Gegebenheiten, wie zum anderen potentiell autonome Bilder.

IRGENDWO | Michael Schmidt

7. Oktober - 4. Dezember 2005

Michael Schmidt, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, gilt als wichtigster zeitgenössischer Repräsentant für dokumentarische Fotografie in Deutschland, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Fotografie von Bernd und Hilla Becher sowie ihrer Schüler steht. Seine Anerkennung begründete u.a. die Ausstellung "U-NI-TY" (EinHeit) im Museum of Modern Art, New York im Jahr 1996. Es war dort die erste Einzelausstellung eines lebenden deutschen Fotografen. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen zudem "Waffenruhe" (1985-1987) und "Frauen" (1996-1999). In den letzten Jahren waren seine Arbeiten in wichtigen Überblicksausstellungen zur Fotografie wie "How You Look at it" (Hannover und Frankfurt 2000) oder "Cruel and Tender (Köln und London 2004) zu sehen.

Begonnen hatte die Ausstellung im Februar 2005 im Kunstverein Heilbronn und war im Anschluss im Kunstverein Oldenburg zu sehen. Weitere Stationen waren das Arp Museum Bahnhof Rolandseck, das Lindenau Museum Altenburg und das Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg.

Zur Ausstellung ist das monografische Buch IRGENDWO im Snoeck Verlag (140 Seiten, 67 Novatone Abbildungen, 48 Euro) mit einem Interview von Dietmar Elger erschienen.

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Raimund Kummer | WASCHEN

21. Mai bis 18. September 2005

Zur Ausstellung ist eine exclusive Ausgabe der Publikation "On Sculpture" mit einem Essay von Herbert Moderings und Texten von Raimund Kummer erschienen.
Holzwarth Publications, 158 Seiten, 35,00 Euro.

Ankäufe und Ankaufswünsche

19. März bis 8. Mai 2005

Arbeiten von Jörg Immendorff, Thomas Rentmeister, Saskia Niehaus, Dieter Roth, Georg Herold, Chris Newman, Umbo, Sheila Barcik, Sonja Alhäuser, Olaf Metzel, Ralf Berger, Guiseppe Penone, Götz Diergarten, Bittermann & Duka

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr

Hans Arp: Works from the Collection of the Arp Museum, Bahnhof Rolandseck

15.01.2005 bis 27.03.2005
Museum of Modern Art, Hayama
05.04.2005 bis 26.06.2005
Kawamura Memorial Museum of Art, Sakura
05.07.2005 bis 04.09.2005
Okazaki Mindscape Museum
11.09.2005 bis 27.11.2005
Gunma Museum of Art, Tatebayashi

ARP/CRAIG-MARTIN/ARP
11 reliefs/11 paintings/11 sculptures

23.10.2004 bis 02.01.2005
Michael Craig-Martin nennt seine Ausstellung
"ARP-CRAIG-MARTIN-ARP 11 reliefs/11 paintings/11 sculptures"

Die gesamte Ausstellungsfläche des Bahnhofs Rolandseck ist seine Ausstellung. Obwohl auch 11 Reliefs und 11 Skulpturen von Hans Arp bzw. Sophie Taeuber-Arp präsentiert sind.