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Ausstellungen | Vorschau

Stefan Demary: Pokal »Stipendium Künstlerhaus Schloß Balmoral 2003«
Besitz: Landessammlung Rheinland-Pfalz
© VG Bild-Kunst Bonn, 2010


Balmoral Blend
15 Jahre Künstlerhaus Balmoral

6. August bis 21. November 2010

Über 160 internationale Künstlerinnen und Künstler hat das Künstlerhaus Schloß Balmoral in Bad Ems seit 1995 durch Stipendien gefördert. In diesem Jahr feiert es sein 15-jähriges Jubiläum – Grund genug, anhand ausgewählter Werke aller Jahrgänge das künstlerische Schaffen im »Experimentallabor « Balmoral zu beleuchten. Die Ausstellung, die großzügig vom Kultursommer Rheinland-Pfalz 2010 mit dem Motto »Über Grenzen« unterstützt wird, ist die erste Kooperation zwischen dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck und dem Künstlerhaus Schloß Balmoral. Sie zeigt anhand von 40 Werken aus der Landessammlung Rheinland-Pfalz eine exquisite Mischung des zeitgenössischen Kunstschaffens: von der kleinformatigen Zeichnung bis hin zu raumfüllenden Videoinstallationen. Auf hintergründige, ernste, aber auch witzige Art und Weise setzen sich viele der Arbeiten mit dem Ort Bad Ems und dem Selbstverständnis als Künstler bzw. als Künstlerin auseinander, loten Grenzen aus und überschreiten diese - inhaltlich wie medial.

Daniel Spoerri
Weißt Du, schwarzt Du?

27. August 2010 bis 9. Januar 2011

Anlässlich des 80. Geburtstags von Daniel Spoerri zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck, zu dem der berühmte Schweizer Bildhauer und Initiator der Eat-Art schon seit den Zeiten des Künstlerbahnhofs in den 1960er Jahren eine enge Beziehung hat, die Ausstellung »Weißt Du, schwarzt Du?«. Der Ausstellungstitel geht auf einen Werktitel Spoerris zurück, der damit Hans Arp seine Verehrung erweist. Denn so lautet der Titel eines Gedichtes unseres Hauspatrons.

Die Ausstellung versammelt 130 hochkarätige Werke vom Beginn der 1960er Jahre bis hin zu Spoerris jüngsten Arbeiten aus 2009/2010. Diese großformatigen Bronzen, die »Prillwitzer Idole«, sind der vorläufige Höhepunkt von Spoerris fortwährender Beschäftigung mit dem Phänomen der »Originale in Serie«. Dazu gehören unterschiedlich variierte Holz- und Bronzeskulpturen, faszinierende Bilderzyklen wie »Carneval des animaux« und »Hommage à Topor« sowie die berühmten »Fallenbilder«. In Rolandseck werden erstmals auch überraschende Objekte aus Spoerris privaten Sammlungen gezeigt, die seine Lust am magischen Gegenstand verdeutlichen und ihn zugleich als leidenschaftlichen »Archäologen der Flohmärkte« ausweisen.

» Bildvortrag zum toskanischen Skulpturengarten von Daniel Spoerri
   Dienstag, 31. August 2010, 19.00 Uhr


» http://www.danielspoerri.org/

Kunstkammer Rau
superfranzösisch

16. September 2010 bis 27. Februar 2011

In einem farbenfrohen Reigen hält die Malerei herausragender französischer Meister Einzug in die Kunstkammer Rau. Dank ihrer Qualität und Vielfalt nimmt sie einen prominenten Platz in der Sammlung Gustav Raus ein.

Am Beispiel von über 60 Gemälden, Skulpturen und kunstgewerblichen Gegenständen erlebt man Geschichte in Bildern: von den anonymen Heiligenbildern des Mittelalters, über die Schäfer-Idyllen des Rokoko, die Porträts der Aufklärung bis zu den großen impressionistischen Landschaften – von Boucher, zu Fragonard, über Delacroix bis zu Degas, Monet und Cézanne, die das Licht und die Farben Frankreichs in die Kunstkammer Rau bringen.

In dieser Ausstellung lässt sich die Entwicklung der französischen Kunst vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert ablesen – am Beispiel herausragender Kunstwerke und ihrer Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker.

Ich lasse mich von der Arbeit führen…
Hans Arp: Werke aus der Sammlung

19. November 2010 bis 1. Mai 2011

Der Maler, Bildhauer und Dichter Hans Arp gilt als Pionier der »organischen Abstraktion«, die sich an der Metamorphose, an den stetigen Entstehungs- und Wandlungsprozessen der Natur, orientiert. Fließende Formen sind dabei nicht nur charakteristisch für die Plastizität seiner Skulpturen, die er analog zu den Wachstumsprozessen der Natur »bildet«. Bereits bevor ab 1930 erste Plastiken entstehen, lassen Collagen, Zeichnungen und Reliefs seine unvergleichliche, organische Formensprache erkennen. Vielfach überträgt er zudem Gestaltungsprinzipien seiner Dichtung auf die bildende Kunst, so dass Wort und Bild stets in einem spannungsreichen Dialog stehen.

In einer ersten umfangreichen Sammlungspräsentation zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck rund 130 ausgewählte Werke seines Hauspatrons. Verschiedene Ausstellungsgruppen zu seiner einzigartigen »Objektsprache«, der »Metamorphose«, dem »Zufall« oder dem Prinzip der »Konstellation «, entführen den Besucher zu einer reizvollen Reise durch das poetische und facettenreiche OEuvre des bedeutenden Avantgardekünstlers.

Arno Schmidt
Der Schriftsteller als Landschaftsfotograf

10. Dezember 2010 bis 20. März 2011

Arno Schmidt wurde schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten deutschen Literaten geehrt. Seine qualitätvollen Fotografien jedoch kennen nur Wenige. Zusammen mit seiner Frau Alice schuf Schmidt Schwarzweiß- und Farbfotografien, die vor allem die flache norddeutsche Moorlandlandschaft um ihren Wohnort Bargfeld dokumentieren. Ohne Rückgriff auf Dorfklischees und Heidekitsch gelingt es Schmidt, der ereignislosen Realität eine besondere Bedeutung beizumessen. Serien einzelner Motive bei unterschiedlicher Witterung und Beleuchtung lassen dabei den Zauber, den die Landschaft auf den Autor hatte, spürbar werden und eröffnen Einblick in die Wirklichkeitswahrnehmung Schmidts. Somit bieten die Fotografien auch eine neue Möglichkeit der Annäherung an sein literarisches Werk.

Die Ausstellung verbindet bestmöglich das Literaturprogramm des Museums mit der Bildenden Kunst. Zudem bildet sie den Auftakt für das im Bundesgartenschau-Jahr 2011 ausstellungsübergreifende Thema der »Landschaft« im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.