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Rückblick Lesungen 2007
Dienstag, 13. November

Peter Bichsel liest aus seinem Werk

1935 in Luzern (CH) geboren, arbeitete er von 1955 bis 1968 als Lehrer. 1960 erschienen erste Veröffentlichungen in Buchform. Ab 1968 begann er regelmäßig Kolumnen für verschiedene Zeitungen zu schreiben, u.a. für die Weltwoche, die Luzerner Neuesten Nachrichten und das Sonntagsjournal. Von 1974 bis 1981 war er als Berater des Bundesrates Willi Ritschard tätig. 1985 wurde er Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Er veröffentlichte u.a. Versuche über Gino (1960), Kindergeschichten (1970), Schulmeistereien (1985), Der Busant (1985) und Wo wir wohnen (2004). Bichsel wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Preis der Gruppe 47, Berlin (1965), dem Deutschen Jugendbuchpreis für Kindergeschichten (1970), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (1986), dem Stadtschreiberpreis von Mainz (1996) und dem Gottfried-Keller Preis (1999).

Peter Bichsel
Foto: Y. Boehler

Sonntag, 28. Oktober 2007
Coproduktion des WDR und SWR
Eine Radio-Lesung im Bahnhof Rolandseck

SpielArt Live! „Auf der Bahn“

Moderation: Peter Zudeick
Sprecher: Bodo Primus, Christian Tasche, Caroline Schreiber
Musik: Markus Reinhardt Ensemble & Jaki Liebezeit

Markus Reinhardt: Violine
Janko Wiegand: Rhythmusgitarre
Andreas Schilling: Kontrabass
Zoltan Püsky: Sologitarre
Jaki Liebezeit: Schlagzeug

 

Die SpielArt Live! reist zum Künstlerbahnhof Rolandseck. Zugbegleiter Peter Zudeick präsentiert literarische Fahrten in dampfschnaubenden Eisenbahnungeheuern bis hin zu solchen in Hightech-Zügen à la TGV. Da ist zum Beispiel die Geschichte des Mannes, der sich allein in einem ausrangierten Speisewagen betrinkt, erzählt von Flann O’Brien. Wie ein blumengeschmückter Zug in Macondo einfährt, dem imaginären Schauplatz drastischer und geheimnisvoller Ereignisse in „Hundert Jahre Einsamkeit“, schildert Gabriel García Márquez. Venedikt Jerofejev berichtet von seiner legendären Reise Moskau – Petuschki. Hermann Harry Schmitz lässt eine Opern Diva die Notbremse ziehen und von Robert Gernhardt gibt es seine schönsten Bahngedichte zu hören.

Es lesen Christan Tasche, bekannt aus dem Kölner Tatort, die Bühnen- und Fernsehschauspielerin Caroline Schreiber, Bodo Primus u.a.

Musikalische Reisebegleitung leistet das Markus Reinhard Ensemble, das eine gründlich entstaubte Spielart des Zigeuner-Jazz auf die Bühne bringt, unterstützt von dem Ex-Can Trommler Jackie Liebezeit.

Redaktion: Anja Iven

Kartenvorverkauf im Bahnhof Rolandseck, Museumskasse von Di-So 11:00 -18:00 Uhr

» Infos zur Sendung (WDR)

Dienstag, 23. Oktober 2007
Poesie der Nachbarn

Dichter übersetzen Dichter – Schweiz

In Kooperation mit dem Künstlerhaus Edenkoben

Die Schweiz ist ein Land verschiedener Kulturen und Sprachen mit bedeutenden Banken und kleinen Dörfern ,mit südländischem Charakter und wunderbarem Alpenpanorama. Die vielfältige Schweizer Sprachlandschaft: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch ist dieses Jahr Thema der Reihe "Poesie der Nachbarn". Die Moderation übernimmt der Herausgeber und Projektleiter Hans Thill. Die Ergebnisse der Poesiewerkstatt, die 2006 im Künstlerhaus Edenkoben stattfand, werden in Original und Nachdichtung vorgestellt, um einen Eindruck der Übersetzungsarbeit zu vermitteln. Zu Gast sind aus der Schweiz die Autoren Leta Semadeni, Antonio Rossi und Pierre Voélin. Aus Deutschland lesen Sabine Schiffner, Jan Koneffke und Hans Thill.

v.l.n.r Antonio Rossi, Hans Thill, Sabine Schiffner, Jan Koneffke

Dienstag, 7. August 2007

Anne Weber
Gold im Mund

Einführung: Klaus Gallwitz

Der Roman ist aus der Perspektive einer Erzählerin geschrieben, die sich in einem Schweizer Großraumbüro befindet. Feste Arbeitszeiten, ein Schreibtisch in der Dentalabteilung, telefonierende Kollegen und klappernde Tastaturen bilden einen idealen Ort zum Schreiben.

Anne Weber wurde 1964 in Offenbach geboren. 1983 zog sie nach Paris, wo sie an der Sorbonne französische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaften studierte. Sie arbeitete von 1989 bis 1996 als Lektorin in verschiedenen französischen Verlagen. Anne Weber lebt und arbeitet heute als Autorin und Übersetzerin in Paris. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Heimito von Doderer-Literaturpreis (2004) und den 3-Sat-Preis (2005). Sie veröffentlichte in deutscher Sprache u.a. Ida erfindet das Schießpulver (1999), Erste Person (2002) und Gold im Mund (2005).

Anne Weber
Foto: Isolde Ohlbaum

Dienstag, 5. Juni 2007

Ilija Trojanow "Der Weltensammler"

Stadtschreiber Mainz 2007

Ilija Trojanow wurde 1965 in Sofia, Bulgarien geboren, floh mit seinen Eltern 1971 nach Deutschland und wuchs ab 1972 in Kenia und München auf. Von 1985 bis 1989 studierte er an der Universität München Rechtswissenschaften und Ethnologie. 1996 debütierte er mit dem autobiografischen Roman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall". Mehrjährige Aufenthalte in Indien inspirierten ihn zu seinen Büchern. Er publizierte u.a. "An den inneren Ufern Indiens. Eine Reise entlang des Ganges" (2003) und "Zu den heiligen Quellen des Islam. Als Pilger nach Mekka und Medina" (2004). Für den Bestseller "Der Weltensammler" (2006) erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse 2006. Der Roman schildert das Leben des britischen Forschungsreisenden und Orientalisten Richard F. Burton im 19. Jahrhundert. Es ist ein spannender Abenteuerroman über einen Exzentriker, der sich gegen die kolonialistischen Zeiten auflehnte.

Ilija Trojanow lebt heute in München und Kapstadt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Bertelsmann Literaturpreis (1995), dem Marburger Literaturpreis (1996), dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (2000) und dem Preis der Leipziger Buchmesse (2006).

Ilija Trojanow
© P.-A. Hassiepen

Dienstag,
27. März 2007

Ayelet Bargur "Ahawah heißt Liebe"

Lesung und Dokumentarfilm

In Kooperation mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD

In ihrem Buch "Ahawah heißt Liebe" erzählt die amerikanische Künstlerin Ayelet Bargur die Geschichte des jüdischen Kinderheims Beit Ahawah (Haus der Liebe) in der Berliner Auguststraße. Es handelt sich zugleich um ihre Familiengeschichte. Auf ihrer Spurensuche hat sie Zeitzeugen befragt, zahlreiche Dokumente, Briefe und Fotos gesammelt und zu einem ebenso persönlichen wie facettenreichen und lebendigen Lehrstück deutschjüdischer Geschichte verbunden.

Ayelet Bargur, geboren 1969 in San Francisco, lebt in Israel. Sie studierte an der Universität Tel Aviv Film- und Kunstwissenschaften sowie Filmregie und -produktion. Ihre Dokumentarfilme und Spielfilme reflektieren kritisch das tägliche Leben in Israel. Sie wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und auf internationalen Festivals gezeigt. Für die Recherche zu dem Film- und Buchprojekt "Ahawah heißt Liebe" erhielt Ayelet Bargur ein Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

© 2006 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG

Dienstag, 6. Februar 2007

Anšlavs Eglitis "Homo Novus"

Gelesen von der Schauspielerin Katharina Waldau, ehemals Schauspiel Bonn, heute in Heidelberg

Moderation: Austris Grasis
In Kooperation mit dem Weidle Verlag, Bonn

Der Roman erzählt vom turbulenten Aufstieg eines jungen Künstlers im Riga der dreißiger Jahre. Der Schriftsteller und Maler Anšlavs Eglitis wurde dort 1906 geboren und gehört zu Lettlands großen Autoren.

1944 ging er ins Exil, erst nach Deutschland und später in die USA. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod 1993 als Filmkritiker für ein lettisches Exil-Magazin. Eglitis veröffentlichte mehrere Romane, u.a. "Die Brautjäger" (1940) und "Der Mensch vom Mond" (1954). Sein Hauptwerk "Homo Novus" erschien aufgrund der Kriegswirren erst 1944 in Auszügen in einer lettischen Literaturzeitschrift. Als Buch kam es 1946 in einem amerikanischen Verlag heraus, und erst 1992 erschien es als Neuauflage in Riga. 2006 wurde der von Berthold Forssmann übersetzte Roman im Weidle Verlag publiziert und auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt.


 Ansavs Eglitis