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Rückblick Lesungen und Veranstaltungen 2009
Dienstag, 8. Dezember 2009
19.30 Uhr

Eintritt 5 €

Ohrenkuss-Lesung
in Zusammenhang mit der Ausstellung
Peter Hutchinson – Erträumte Paradiese

Menschenherz hört auf das Werk der Natur.
Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie, Paradies, XXVI. Gesang

Das Paradies ist ein wunderschöner Ort. Mein Zimmer ist bestimmt ein Paradies.
Verena Günnel, Ohrenkuss Autorin, 2009

Autorinnen und Autoren der Redaktion Ohrenkuss lesen eigene Texte zu paradiesischen Themen. Ohrenkuss ... da rein, da raus – Das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt. Das vielfach prämierte Lifestyle-Journal mit Sitz in Bonn publiziert eine andere, besondere Sicht auf die Dinge und bietet den Schreibenden somit eine professionelle Plattform: Die aktuelle Ohrenkuss-Ausgabe »Paradies« widmet sich realen wie erschaffenen Orten, im Besonderen dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck und der zeitgleich stattfindenden Ausstellung »Peter Hutchinson – Erträumte Paradiese«.

Die rezitierten Texte zeugen von den »paradiesischen Empfindungen « der Autorinnen und Autoren bei Begegnungen mit Werken von Peter Hutchinson. Siehe auch www.ohrenkuss.de.

 
Sonntag, 29. november 2009
1. Advent
11 - 18 Uhr

Eintritt frei!

Adventszauber im Arp Museum Bahnhof Rolandseck


Adventszauber im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Vorweihnachtlicher Spaß für Groß und Klein
am 1. Advent (29.11.2009)

Freier Eintritt von 11 - 18 Uhr

11.30 - 13.30 Uhr:  Sternenfänger
Stohengel- und Strohsterne-Basteln für die ganze Familie
Materialkosten: 2 Euro p.P.
12.00 - 12.30 Uhr: Führung(Kasse)
Der Engel und sein Schatten
14 - 15 Uhr: Kuratorenführung (Kasse)
Erträumte Paradiese
14 - 16 Uhr: Workshop (Tunnel)
»Goldene Zeiten«
15 - 15.30 Uhr: Schulchor Gymnasium Nonnenwerth (Terrasse Bf.)
15 - 15.30 Uhr: Führung (Kasse)
Der Heilige Nikolaus - Sammlung Rau
15 - 16 Uhr: Kinder-Museums-Rallye
(Kasse) (ab 6 Jahre)
15 - 16 Uhr: Führung (Neubau, OG)
Feedback II - von Arp bis Herold
15 - 17 Uhr: Workshop (Neubau, UG)
»Reise zum Muezzin der Phantasie«
Collagetechniken nach Michael Buthe; Materialkosten: 2 Euro p.P.
15.30 - 16 Uhr: Schulchor Grundschule Remagen (Terrasse Bf.)
16 - 16.30 Uhr: Führung (Kasse)
»Himmelsfrüchte« - Hans Arp
16 - 16.30 Uhr: Chor der Nichtsänger (Terrasse Bf.)
16.30 - 17 Uhr: Kirchenchor Oberwinter (Terrasse Bf.)
17 - 17.30 Uhr: Männergesangverein Oberwinter (Terrasse Bf.)
zum Mitsingen für alle

und außerdem Glühwein, Kinderpunsch, süße Leckereien und viele Überraschungen...

Bei Regen findet das Chorsingen im Untergeschoß des Neubaus statt

» Programm herunterladen

20 - 22 Uhr: Auftaktkonzert zur 2nd International Telekom Beethoven Competition for Piano Bonn
Guido Schiefen, Violoncello
Alfredo Perl, Klavier

 

Dienstag, 17. November 2009
19.30 Uhr

Monika Maron
Bitterfelder Bogen – Ein Bericht

»Vielleicht kennen ja sogar die Ostdeutschen ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu wenig, um stolz auf sie und sich selbst zu sein.«

In dieser literarischen Reportage beschreibt die in der DDR geborene Schriftstellerin Monika Maron die Wiederauferstehung der Region um Bitterfeld und stellt gleichzeitig die ungewöhnlichen Menschen vor, die dieses neue Bitterfeld schufen. Ausschlaggebend für den Wandel nach der Wende war die Idee einiger Kreuzberger Solar-Enthusiasten, in der Sachsen-Anhaltinischen Provinz eine Solarzellenfabrik mit 40 Arbeitsplätzen zu gründen. Die Not der Einen, für die jeder Arbeitsplatz kostbar war und der Traum der Anderen bildeten ein Bündnis, dem es gelang, nur acht Jahre später der größte Solarzellenhersteller der Welt zu sein.

Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren und wuchs in der DDR auf. 1988 übersiedelte sie in die BRD und lebt heute wieder in Berlin. Seit ihrem Debütroman »Flugasche« erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt neben dem »Mainzer Stadtschreiberpreis 2009« den »Deutschen Nationalpreis 2009«.

 
Samstag, 14. November 2009
11 - 18 Uhr

Eintritt frei

Das Käpt’n Book Lesefest
zu Gast im Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Ein Museumstag für die ganze Familie

Eintritt frei im ganzen Arp Museum Bahnhof Rolandseck

11.00 Uhr Führung durch die Ausstellung »Michael Buthe. Der Engel und sein Schatten«.
 
11.30 bis 12.30 Uhr Familien-Workshop:
Eine Reise zum »Muezzin der Phantasie«.

Hinter Paradiestüren schweben Engel unter Bahnhofsdächer, lernen Steine das Fliegen. Dieser Workshop entführt Kinder und Eltern in die Welt von 1001 Nacht und geradewegs zu Michael Buthe. Jeder, der Märchen liebt und möchte, dass sie wahr werden, ist herzlich eingeladen mitzuträumen.
 
12.30 bis 13.30 Uhr »Der Löwe im Atelier«
Autorenlesung mit Mario Giordano
(ab 8 Jahre)
Der bekannte Kinderbuchautor gibt uns einen spannenden Einblick in das Leben der Tiere. In 23 »tierischen« Abbildungen in Meisterwerken der Kunst von Albrecht Dürer, Franz Marc, Paul Klee oder auch Francisco de Goya verbunden mit Kommentaren, Anekdoten und Erläuterungen führt uns Giordano in eine zauberhafte, fremdartige Welt.
 
13.30 bis 14.30 Uhr Familien-Workshop:
Eine Reise zum »Muezzin der Phantasie«

siehe oben
 
13.30 Uhr Führung durch die Ausstellung »Peter Hutchinson. Erträumte Paradiese«.
 
14.30 bis 15.30 Uhr »Der Löwe im Atelier«
Autorenlesung mit Mario Giordano
(ab 8 Jahre)
siehe oben
 
16.00 bis 17.00 Uhr Theater im Globus, Figurentheater »Dornröschen«
 
17.15 bis 18.00 Uhr   Autorenlesung: Kristina Dunker liest »Sommergewitter«
(ab 10 Jahre)
»Sommergewitter« ist ein spannender psychologischer Thriller, der das plötzliche Verschwinden eines Mädchens an einem Sommertag beschreibt. 2004 landete der Roman auf dem ersten Platz der Liste der »Besten Sieben Bücher für Junge Leser« des Deutschlandradios und der Zeitschrift Focus.
 
Dienstag, 3. November 2009
19.30 Uhr

Urs Widmer
Herr Adamson

Der Schweizer Urs Widmer gilt als einer der bekanntesten und renommiertesten Gegenwartsautoren. Er ist ein Autor, für den das Schreiben und nicht das Buch das Ziel ist, der Angst davor hat, in einem Sinfonieorchester laut zu schreien und dem es Freude bereitet, einen Luftballon zu sehen, der größer ist als das Kind, das daran hängt.

Im Arp Museum Bahnhof Rolandseck wird er aus seinem gerade erschienenen Roman »Herr Adamson« lesen. Diese Geschichte erzählt von einem 94-jährigen Mann, der seiner Enkelin die Geschichte zwischen ihm selbst und Herrn Adamson, den er seit seinem achten Lebensjahr nicht mehr gesehen hat, erzählt. Und dabei wartet er auf ebendiesen Herr Adamson. Herausgekommen ist »ein grandioses Buch, das mit seiner Vitalität und Lebensfreude zu bannen weiß, was der Skandal jedes Lebens ist: der Tod«. Holger Schwab vom Buchladen 46 in Bonn moderiert den Leseabend.

Urs Widmer wurde 1938 in Basel geboren und arbeitete nach seinem Studium mehrere Jahre als Verlagslektor. Mit »Alois« schrieb er 1968 sein erstes Buch, seitdem folgten zahlreiche Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Er erhielt viele Auszeichnungen, zuletzt den »Friedrich-Hölderlin-Preis«.

Dienstag, 27. Oktober 2009
19.30 Uhr

Poesie der Nachbarn: Schweden

Aase Berg, Lina Ekdahl, Björn Håkansson, Thomas Böhme, Johann P. Tammen

Moderation: Hans Thill

Bei den Deutschen galten die Schweden schon immer als bodenständig und realistisch. Ein Volk mit viel Sinn fürs Soziale, das es sich im Sommer auf den Inseln gut gehen lässt und im Winter der Melancholie verfällt. Für den Fernsehzuschauer scheinen die Schweden neuerdings ein Volk der verdrossenen Kommissare zu sein, das Land eine dunkle Insel, auf der das Verbrechen lauert.

Sechs der bedeutendsten Lyriker Schwedens haben sich im pfälzischen Edenkoben getroffen, um mit deutschen Kollegen an der Übersetzung ihrer Gedichte zu arbeiten. Das Ergebnis dieser Werkstatt ist eine Anthologie, die im März 2009 erschienen ist. Sie ist einerseits ein Überblick über die neueste Poesie des Nachbarlandes, andererseits ein Buch der konkurrierenden Übersetzungen, in dem unterschiedliche Versionen von ein und demselben Gedicht präsentiert werden. Wer sich auf diese geballte Ladung Poesie einlässt, wird ein anderes Schweden entdecken: humorvoll, verspielt, sinnlich und mit einem Hang zum Grotesken, kurz: großartig und voll von moderner Eleganz.

In Kooperation mit dem Künstlerhaus Edenkoben

 
Dienstag, 6. Oktober 2009
19.30 Uhr

Balkanische Alphabete: Rumänien

Vasile Leac, Constantin Acosmei, Julian Tănase, Ernest Wichner, Sabine Küchler

Moderation: Hans Thill

Der Balkan ist die Region, in der alle drei abendländischen Schriften geschrieben werden: Kyrillisch, Griechisch und Lateinisch. Fachleute behaupten, hier sei die Schrift entstanden.

Das Ziel des Projektes »Balkanische Alphabete«, das vom Künstlerhaus Edenkoben initiiert wurde, ist es der Dichtung in diesen drei Schreibweisen nachzuspüren. So möchte man der bulgarischen, rumänischen und griechischen Poesie durch Übersetzungen ins Deutsche Gehör verschaffen und die Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Kulturkreise lenken. Nach dem Prinzip »Dichter übersetzen Dichter« und im direkten Gegenüber der Sprachen entstanden Nachdichtungen, die die soeben erschienene Anthologie »Balkanische Alphabete - Rumänien« zusammenfasst. Im April 2009 wurde zusammen mit dem Nationalen Buchzentrum in Athen die dritte Übersetzungswerkstatt auf der griechischen Insel Paros eingerichtet. Zum Abschluss dieses Übersetzungsprojektes, an dem sich 16 Schriftsteller aus vier Ländern beteiligen, sind neben Rolandseck auch Festveranstaltungen in Berlin und Mainz geplant.

In Kooperation mit dem Künstlerhaus Edenkoben.

 
Dienstag, 8. September 2009

Hans Maarten van den Brink
Vom Rhein und anderen Ereignissen

»Der Fluss hat mich gelehrt, dass Bewegung Leben ist.« Schon in seiner Novelle »Über das Wasser«, die Hans Maarten van den Brink bei einem größeren Leserkreis bekannt machte, steht das Wasser im Mittelpunkt: ein Element, das Ruhe gleichermaßen wie Unberechenbarkeit und Sehnsucht symbolisiert. Im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, direkt am Rhein, wird der holländische Autor über seine Beziehung zu diesem Fluss und zu dessen Verbindung zwischen Holland und Deutschland aus bisher unveröffentlichten Texten lesen. Schon auf der legendären Rheinreise von Schriftstellern verschiedenster Nationen 2003 war van den Brink dabei und entwickelte eine ganz besondere Beziehung zum Rheinland und zum Bahnhof Rolandseck. Norbert Wehr, Herausgeber des Schreibhefts, moderiert die Lesung.

Hans Maarten van den Brink wurde 1956 im niederländischen Oegstgeest geboren. Er arbeitete für Tageszeitungen, Fernsehsender und lebte als Korrespondent im Ausland. Seit 2006 ist er Direktor des Förderfonds der niederländischen Rundfunkanstalt.

 
Samstag/Sonntag

8. / 9., 15. / 16.
August 2009

jeweils 15 Uhr

Der Kaiser von Atlantis

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung »Jonathan Meese. Erzstaat Atlantisis« (noch bis 30. August 2009) zeigt das »Junge Theater«, Bonn, im Arp Museum Bahnhof Rolandseck ein Schauspiel nach Motiven der Oper »Der Kaiser von Atlantis« von Franz Peter Kien. In poetischer Sprache und kräftigen, absurden Bildern phantasiert er über das Gleichgewicht zwischen Tod, Leben und der Welt. Das eine kann ohne das andere nicht sein.

Die Oper entstand 1944 in einer absurden Umgebung, im Ghetto von Theresienstadt. Sie konnte dort nicht mehr aufgeführt werden. Alle Beteiligten wurden eine Woche vor der geplanten Premiere nach Auschwitz transportiert und dort ermordet.

Das »Junge Theater« hat sich des Werkes in Form eines Schauspiels (Regie: Markus Menhofer) angenommen, dem das Tanzstück »Trinitas« (Choreographie: Julia Menhofer; Musik: Steve Reich) vorangestellt wird. Während »Trinitas« das zeitlose Zusammenspiel von Leben, Tod und Welt erstehen lässt, sind beim »Kaiser von Atlantis« die Dinge in ein zerstörerisches Chaos geraten.

Alle Darsteller und Tänzer sind Jugendliche mit Bühnenerfahrung.

»Trinitas«
 
Leben Alina Laufs
Welt Julia Pütz
Tod Charlotte May

»Der Kaiser von Atlantis«
 
Lautsprecher Marie Münzner
Harlekin Benita Richter
Tod Elisabeth Schaaf
Trommler Svenja Renzel
Kaiser Overall   Stephan Langhoff
Soldat Michael Beese
Mädchen Laura Vogginger

Der Besuch des Schauspiels ist im Museumseintritt inbegriffen.

Das Stück dauert ca. 45 min. und findet an wechselnden Orten in der Meese-Ausstellung statt.

Dienstag, 7. Juli 2009

Gisela Kraft

Planet Novalis

Nach »Prolog zu Novalis« und »Madonnensuite« legt Gisela Kraft mit dem Roman »Planet Novalis« das letzte Werk ihrer Romantiker-Trilogie vor. Zwei Jahre vor Novalis’ Tod setzt die Handlung ein und verfolgt das Lebensende des Frühromantikers, der die »Romantisierung der Welt« zum Ziel hatte. In sieben Episoden erlebt der Leser mit, wie Novalis darunter leidet, dass er seiner großen Liebe nicht »Nachsterben« konnte. Er nimmt die Höhenflüge, den Alltag sowie den frühen Tod des Dichters wahr. Fein ineinander gewebte Szenarien, fantasiereiche Gedankenströme und eine Autorin, die eine Vertrautheit zu jener vergangenen Epoche erweckt, zeichnen dieses Buch aus.

Highlight der Lesung ist, dass sie unter freiem Himmel in den »geheimen gärten rolandswerth« stattfindet, die das Ideal des ästhetischen Bewusstseins Novalis’ aufgreifen. Die Künstlerin Caroline Bittermann, die zusammen mit Peter Duka die Gärten gestaltet hat, moderiert diesen Abend. Gisela Kraft wurde 1936 in Berlin geboren, sie lebt und arbeitet heute als Lyrikerin und Erzählerin in Weimar.

18. und 19. Juni 2009

Bad, mad and dangerous

Byrons Helden von Childe Harold bis Q

Zwei Tage lang widmet sich das Arp Museum Bahnhof Rolandseck im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, der dieses Jahr unter dem Motto »Cool Britannia« steht, dem britischen Dichter George Gordon Lord Byron (1788 - 1824). 1812 wurde Byron durch sein gerade veröffentlichtes Versepos »Childe Harold’s Pilgrimage«, in dem der junge Protagonist auch durch das Rheintal reist, bekannt. Die Landschaft mit ihren bizarren Felsen, Burgen und Ruinen inspirierte zahlreiche Künstler, die mit ihren Werken entscheidend die Idee der Rheinromantik prägten.

Lord Byron war überraschend am englischen Literaturhimmel aufgetaucht, geheimnis- und skandalumwittert. Eine seiner Geliebten beschrieb ihn als »mad, bad and dangerous to know«, manchem Protagonisten seiner Werke nicht ganz unähnlich. Was ihm 1812 noch zum Ruhm verholfen hatte, brach ihm später das Genick.1816 verließ der Dichter, gesellschaftlich ob seiner Affären isoliert, Großbritannien.

Um Vertonungen von Texten Byrons kreist der Liederabend am 18. Juni: Dabei stehen Werke unter anderem von Robert Schumann, Carl Loewe, Hugo Wolf, Friedrich Nietzsche, Josephine Lang und Charles Ives auf dem Programm. Dargeboten wird es von dem österreichischen Bariton Wolfgang Holzmair und dem Pianisten Thomas Palm, die zusammen auch eine CD mit Byron-Liedern aufgenommen haben.

Die literarischen Werke Byrons weisen immer wieder verblüffende Parallelen zwischen ihren Helden und der Biografie ihres Schöpfers auf. Zwischen Intelligenz und Leidenschaft, Egozentrik und Melancholie, ist der typisch Byronsche Held, ob Manfred, Cain, Don Juan oder Childe Harold, eine tragische, an sich selber und an ihrer Umwelt leidende Gestalt, ein gesellschaftlicher Außenseiter mit dem Hang zur Selbstzerstörung. Der Bonner Anglist und Byron-Spezialist Prof. Dr. Rolf Lessenich beschäftigt sich am 19. Juni in zwei Vorträgen mit dem Byronschen Helden in der Literatur bzw. mit Childe Harold als exemplarischem »Rheinpilger«.

Zum Abschluss des zweitägigen Events treten in einem langen Filmabend die »Byronic heroes« in ihrer zeitgenössischen Version, als Helden in Film und Fernsehen auf. Charaktere, die eine Art »Kultstatus« erobert haben. Dies gilt für den seiner Allmächtigkeit und Unsterblichkeit beraubten Q in »Star Trek«, für den Wiederkehrer Eric Draven, der in »The Crow« den Mord an seiner Braut rächt, genauso wie für den mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit kämpfenden Batman.


 
Download der Pressemitteilung (PM_Byron.doc)
18. Juni 2009
20 Uhr

Songs of Melancholy –
Lord Byron in der Musik

Liederabend mit dem Sänger Wolfgang Holzmair und dem Pianisten Thomas Palm

19. Juni 2009
11 Uhr

The Castled Crag of Drachenfels –
Byrons Childe Harold als Rheinpilger

Vortrag von Prof. em. Dr. Lessenich, Professor für Anglistik an der Universität Bonn

13 Uhr

Tea Break

15 Uhr

Bad, Mad and Dangerous –
der Byronsche Held in der Literatur

Vortrag von Prof. em. Dr. Lessenich, Professor für Anglistik an der Universität Bonn

18 Uhr

Batman and Q –
der Byronic hero in Film, Fiction und TV

Filmabend mit der Kulturjournalistin Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach

 

 

Sonntag, 14. Juni 2009

Hans Harfe Selbdritt
Lesung und Musik zur Finissage der Ausstellung »Art is Arp«


»Ich gestalte bekannte Verse und deklamiere sie mit Hingabe... «

Die Finissage der großen Retrospektive auf den Namenspatron begeht das Arp Museum Bahnhof Rolandseck mit einer Lesung von Hans Thill und musikalischer Begleitung durch den Bassklarinettisten Michael Riessler. Eingeleitet durch eine Kurzführung der Ausstellungskuratorin Astrid von Asten liest Hans Thill aus seinem Gedichtzyklus nach der wohl berühmtesten Klage des Dadaismus: »Weh unser guter Kasper ist tot«.

Die Veranstaltung ist ein Experiment, das den Dichter Arp beim Wort nimmt: Wie klassisch ist Arp, wie strapazierfähig sein poetisches Material in Zeiten von Pop, Rap und Comedy? Dabei folgt Thill mit Witz und ohne epigonalen Ehrgeiz den fremden Spuren, überprüft Verfahren, füllt sie mit poetischer Sprachgegenwart. Er lässt Stimmen in sich sprechen, andere Arp-Freunde werden poetisch geweckt, etwa Tristan Tzara und Philippe Soupault. Spielformen des Poetischen werden erprobt, Akrostichon, Reduktion, Parodie, die bereits in der Antike eingesetzt wurde. War Arp ein Traditionalist? Gibt es Arpianer und Postarpianer? Kann man heute noch Arp? Und was meint der Vater Rhein dazu?

Die Ausstellung »Art is Arp« würdigt auf besondere Weise Arps literarisches Werk und setzt es zu seinem bildkünstlerischen in Bezug. Die Finissage bietet den Besuchern die letzte Möglichkeit sich mit dieser Seite von Arps Oeuvre intensiv auseinander zu setzten.

Karten können zum Preis von 5,- Euro an der Museumskasse erworben oder unter Tel.: 02228-9425-16 vorbestellt werden.

Download der Pressemitteilung (PM_Finissage.doc)
Dienstag, 19. Mai 2009

Mutter Meeses Märchenstunde

Brigitte Meese liest Geschichten über Atlantis.


Um 18 Uhr findet dann das Rolandsecker Gespräch statt:
Jonathan Meese im Geschpräch mit Daniel J. Schreiber

 

Dienstag, 5. Mai 2009

Oswald Egger

Nihilum album

Foto: Claudia Görres

»Das Buch versammelt 3650 aparte Nichtstandard-Lieder in Vierzeilern (Priameln und Schnaderhüpferln): Sing- Sprüche zur Poesie der Lieder; eine Jahrgirlande mit grotesken Zügen und heiter tänzelnden Wortarabesken« (Suhrkamp Verlag). Das Buch inklusive CD erschien 2007 im Suhrkamp Verlag und ist der vierte Gedichtband des Autors.

Egger wurde 1963 in Lana (Südtirol) geboren. 1992 schloß er die Universität Wien mit einer »Poetik des Hermetischen« ab. Von 1988 bis 1998 war er als Herausgeber der Zeitschrift »Der Prokurist« sowie der »edition per procura« tätig. Von 1986 bis 1995 arbeitete er als Veranstalter der Kulturtage Lana. Oswald Egger führt nicht nur Lesungen und Performances durch, sondern erarbeitet auch Ausstellungen und Künstlerbücher. Seine Gedichte wurden ins Französische, Amerikanische, Ungarische, Niederländische, Slowenische, Schwedische und Arabische übersetzt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Christian- Wagner-Preis (2006) und den Peter-Huchel-Preis (2007). Heute lebt und arbeitet er in Wien.

Dienstag, 7. April 2009

Judith Kuckart

Die Verdächtige

Robert ist 39, sieht aus wie George Clooney und arbeitet beim Morddezernat.

Nachdem seine Frau ihn verlassen hat, lernt er auf dem Kommissariat eine Frau kennen, an der nicht nur der Kragen ihres Mantels geheimnisvoll wirkt. Marga Burg will eine Vermisstenanzeige für ihrem Freund Mathias aufgeben. Auf einer Kirmes stieg er allein in eine Geisterbahn und kam nicht mehr heraus: »Er war einfach verschwunden, wie eine Faust verschwindet, wenn man die Hand öffnet.« Robert macht sich zusammen mit seiner forschen Kollegin Nico auf die Suche nach dem Vermissten. Doch immer wieder kreuzt sein Weg Margas, die umso undurchschaubarer wird, je näher er ihr kommt.

Judith Kuckart hat einen bezwingenden Roman geschrieben: Leichthändig und raffiniert entwirft sie eine Liebesgeschichte, die als Krimi daherkommt und seinen Leser in den Bann zieht.

Judith Kuckart, geboren 1959 in Schwelm (Westfalen), lebt als Autorin und Regisseurin in Zürich und Berlin. Judith Kuckart wurde unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis, dem Stipendium der Villa Massimo und dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Pressemitteilung zur Lesung (PM-Kuckart.doc)

Dienstag, 10. März 2009

Friedrich Christian Delius

Die Minute mit Paul McCartney

Foto: Claudia Görres

Besser geht es nicht. Zwei junge Deutsche, sieben junge Britinnen, ein Ball, ein Hund, Paul McCartney, der Londoner Regent's Park, eine Minute des Tages, an dem die Beatles »Getting Better« aufnahmen – und Friedrich Christian Delius, der daraus ein Thema komponiert und es 66 mal lustvoll variiert. Zeitungsartikel, Gegendarstellung, Lyrik oder Erlebnisaufsatz – »ein heiteres Spiel mit wechselnden Perspektiven, … ein bunter Fächer von Stil- und Tonarten,« wie die Süddeutsche Zeitung hymnisch lobt, oder doch eine unentschiedene Mischung »zwischen Realismus, Autobiografie und literarischem Spiel,« wie der Autor augenzwinkernd in der letzten Variation des Themas sich selbst kritisiert?

Delius wurde 1943 in Rom geboren, studierte in Berlin und London und lebt heute als freier Autor in Berlin und Rom. Zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane, so »Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus«, »Der Königsmacher« oder »Mein Jahr als Mörder« machten ihn bekannt.

Dienstag, 3. Februar 2009

Das erste Buch


Katja Lange-Müller und Thomas Rosenlöcher
erinnern sich an ihr literarisches Debüt

Foto: Claudia Görres
Copyright Kunstwerk "Styx II" von Kurt Kocherscheidt: Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg im Breisgau


Wie betritt ein Autor die literarische Bühne? Welche Hoffnungen bewegen ihn? Mit welchen Gefühlen blickt er Jahre später auf seine erste Veröffentlichung zurück? Fast einhundert Autoren beantworten diese Frage in persönlichen Texten, die eigens für ein einzigartiges Buchprojekt geschrieben wurden: »Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt«, erschienen 2007 im Suhrkamp Verlag. Entstanden ist ein fesselndes Panorama der deutschsprachigen Literatur von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Der Herausgeber Renatus Deckert stellt das Buch mit den bekannten deutschen Autoren Katja Lange-Müller und Thomas Rosenlöcher vor, die aus ihren ersten und vielleicht auch aus ihren neuesten Büchern lesen. Katja Lange-Müller wurde 1951 in Berlin geboren. Zuletzt erschien 2007 der Roman »Böse Schafe«. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie 1986 den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis und 2008 den Wilhelm-Raabe-Preis. Thomas Rosenlöcher, geboren 1947 in Dresden, lebt als Lyriker in Beerwalde im Erzgebirge. 2007 erschien der Gedichtband »Das Flockenkarussell«. Er erhielt 1999 den Friedrich-Hölderlin- Preis, 2004 den Wilhelm-Müller-Preis und 2008 den Hölty- Preis für Lyrik.
Dienstag, 20. Januar 2009

Eine Jugend im Dichtergehäuse


Alexander Bergengruen erinnert sich an seinen Vater Werner Bergengruen

Alexander Bergengruen erzählt vom Leben seines Vaters und Dichters Werner Bergengruen. Anhand von Leseproben und Erinnerungen thematisiert er die Herkunft, Jugend, Soldatenzeit, Entstehung des Werkes, Rolle im Nationalsozialismus sowie den Ruhm des Vaters in der Nachkriegszeit. Ansätze und Kritik am Werk Bergengruens werden ebenso herausgearbeitet, wie die gegenwärtige Stille um sein Werk.

Zu seiner Zeit war Werner Bergengruen ein populärer Lyriker und Erzähler, seine Werke wurden vielfach übersetzt und ausgezeichnet. Heute scheint er fast vergessen zu sein. Er wurde 1892 in Riga geboren. Wegen der Russifizierungspolitik des Zarenreichs reiste die Familie nach Deutschland aus. In München und Marburg studierte er, ohne das Studium abzuschließen, Geschichte, Theologie, Germanistik und Kunstgeschichte. Während des ersten Weltkriegs kämpfte er als Soldat des deutschen Heeres im Baltikum und später in der baltischen Landwehr gegen die rote Armee. Von 1927 bis 1942 arbeitete er als freier Schriftsteller in Berlin und München. Während des Nationalsozialismus wurde er mit einem Publikationsverbot belegt. Zwischen 1942 und 1958 lebte Bergengruen in der Schweiz. Schließlich starb er 1964 in Baden-Baden.