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Foto: Prof.Dr.Eduard Trier, Köln
Hans Arp
Seit 1970 stand die Bronzeplastik "Bewegtes Tanzgeschmeide" (1960/70) wie ein Signet vor dem spätklassizistischen Bahnhof Rolandseck. Im Jahre 2000 wurde sie aufgrund der dort begonnenen Restaurierungs- und Baumaßnahmen vorübergehend abgebaut.

Das nun wiederaufgestellte monumentale Werk von Hans Arp geht auf eine ursprüngliche kleinere Fassung aus dem Jahr 1960 zurück. Basierend auf einer Absprache mit Hans Arp und autorisiert durch Marguerite Arp-Hagenbach erfolgte postum die Vergrößerung im Jahr 1970. Eine erste Vergrößerung aus dem Jahre 1961 wurde bereits im Rahmen des "Festival dei Due Mondi" 1962 im umbrischen Spoleto gezeigt, einem der ersten public-art Projekte mit Kunst im öffentlichen Raum.

Das Werk des Bildhauers Hans Arp verbindet man in erster Linie mit seinen charakteristischen amorphen Rundplastiken. Zum Ende der 50er Jahre jedoch begann er zusätzlich einen in seinen frühesten Werken schon vereinzelt angelegten skulpturalen Typus wieder aufzunehmen und weiter zu entwickeln: die Reliefplastik. Bis zu diesem Zeitpunkt lud der ständige Wandel seiner Formen den Betrachter dazu ein, die Plastiken zu umschreiten, um sie im Ganzen erfassen zu können - sie rundum wahrzunehmen, sich keiner "Schauseite" sicher zu sein. Neu war nun eine verstärkt architektonische Formfindung und daraus resultierend eine "Reduzierung" auf Vorder- und Rückansicht.

Leerformen in den Plastiken dieses Typus' fordern den Betrachter gezielt dazu auf, die durch sie hindurch zu sehende und sie umgebende Natur als skulptural integrierte Bestandteile einzubeziehen. Viele seiner Reliefplastiken hat Arp - zunächst ausgehend von einer kleineren Form - folgerichtig zur Ausführung als Großplastik für den Außenbereich vorgesehen, um eben dieser Einspiegelung von Natur Raum zu geben.
Ein Jahr lang wurde die Plastik "Bewegtes Tanzgeschmeide" temporär im Jacobigarten des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten gezeigt. Als Teil des "Skulpturenufers Remagen" ist sie auf dem Vorplatz des Bahnhof Rolandseck zu sehen.
Leihgabe des Landes Rheinland-Pfalz an die Stiftung Bahnhof Rolandseck für das Arp Museum, Rolandseck