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Fotos: Mick Vincenz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Treidelpfad, 2008

Johannes Brus
1942 in Gelsenkirchen geboren, lebt und arbeitet in Essen-Kettwig

Mit seiner Skulptur Treidelpfad am Rheinufer von Remagen-Kripp, einem Boot aus Beton und zwei Pferden aus Bronze, bezieht sich Johannes Brus auf die Geschichte dieses Ortes. Kripp war eine bedeutende Treidelstation zwischen Köln und Koblenz, bevor die Dampfschiffe ab 1860 die traditionellen Treidelschiffe ablösten. Seit Jahrhunderten wurden die Schiffe flussaufwärts mit Hilfe von Pferden gezogen. Das Treideln bedeutete eine große Anstrengung für die Pferde, die zudem aufgrund der Reflexion der Sonne im Wasser, häufig auf dem linken Auge erblindeten und durch den beständigen seitlichen Zug des Seiles kreuzlahm wurden.

Johannes Brus kehrt nun mit seiner Skulptur die Arbeitsverhältnisse um. Seine Pferde befinden sich - eines flussaufwärts - das andere flussabwärts platziert - auf dem Schiffsdeck und genießen nun, von jeglicher Last befreit, die Rheinfahrt.

Pferde sind ein immer wiederkehrendes Motiv in Johannes Brus’ bildhauerischem als auch fotografischem Werk. Seit Mitte der 70er Jahre tauchen sie in Anlehnung an das Blaue Pferd von Franz Marc in seinen Fotografien auf. Später lösen sie sich aber aus diesem Kontext, um zu Skulpturen zu werden: als Pferde aus Beton – massiv und unumstößlich, hin und wieder mit der Pulverfarbe des berühmten Yves Klein-Blaus (IKB) beschichtet – mal mit und ohne Reiter. Manchmal sind es auch kleinere und zartere, bis hin zu Miniaturpferden. In jüngster Zeit lässt Johannes Brus sie auch in Bronze gießen. Allesamt tragen sie Geschichten und Begegnungen in sich. So auch die Arbeit Treidelpfad. Dabei bietet die Geschichte des Ortes auf das vorzüglichste den Nährboden für Johannes Brus künstlerisches Interesse, sein lieb gewonnenes Sujets, nämlich das des Pferdes, erneut Skulptur werden zu lassen. Die Realisation der Arbeit „Treidelpfad“ von Johannes Brus ist in Zusammenarbeit mit Christian Pettersen entstanden.