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Ein neues Panorama für Remagen
2001
Siebdruck auf Alu Dibond
400 x 170 cm
Foto Nic Tenwiggenhorn
© VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Neugestaltung der Promenade von Remagen
2001
Siebdruck auf Alu Dibond
400 x 170 cm
Foto Nic Tenwiggenhorn
© VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Thomas Huber
1955 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Thomas Huber stellt seit über 10 Jahren Bilder in Form von Bauschildern aus. Immer handelt es sich dabei um Visionen, die mit den realen Bedingungen vor Ort korrespondieren. Eine alte Kunstfrage, die nach der Realität der Kunst (dass ein Bild nur dann gelungen ist, wenn die Vögel in die gemalten Früchte picken, weil sie glauben, dass es sich um reale Früchte handelt), wird so von Huber in unsere Zeit überführt.

Für das Skulpturenufer Remagen – das Huber in seiner ursprünglichen Version auf die andere Rheinseite nach Erpel ausdehnte – hat er zwei Bilder-Bauschilder realisiert. Sie wurden an den Anlegern der Fähre "Nixe" postiert, die als Ersatz für die zerstörte "Brücke von Remagen" zwischen Erpel und Remagen verkehrt. Ohne sie gäbe es, Telekommunikationsmöglichkeiten ausgeschlossen, nur den Sichtkontakt.

Auf diesen Sichtkontakt über den eigentlich trennenden Rhein hin spielt Thomas Huber mit seinen Bauschildern an. Von Remagen aus ist Hubers bildliche Vision Erpels und von Erpel aus die Remagens mit seiner neu gestalteten Promenade zu sehen.

Beide Bilder sind Teil einer lang angelegten urbanistischen Utopie von Thomas Huber. Er entwirft seine ideale Stadt mit Hotels, Altersruhesitzen, Rundfunkanstalten, Museen und Gebeinhäusern im traditionellen Medium des Bildes.

Das Bilder-Bauschild auf Remagener Seite "Ein neues Panorama für Remagen" existiert weiterhin an seinem Standort. Das dazugehörige Pendant "Neugestaltung der Promenade von Remagen" auf der Erpeler Seite wurde mit Beschluss des Ortsgemeinderats Erpels vom Mai 2006, - die ursprünglich genehmigte Aufstellungszeit für das Huber Bilder-Bauschild von 5 Jahren nicht zu verlängern, - am 28. Juni 2006 demontiert und bis auf weiteres im Kunstlager des Arp Museums untergebracht.
Diesem Beschluss ging immer wieder Kritik der Erpeler Bürger voraus. Sie fühlten sich bzw. ihr Erpel in der von Thomas Huber dargestellten Vision "Ein neues Panorama für Remagen" verunglimpft, ja beleidigt und sie sahen die so geliebte historische Ortsansicht Erpels verunstaltet. Diskussionen am Bilder-Bauschild in Remagen über die vermeintliche Neuplanung Erpels in naher oder auch ferner Zukunft sorgten immer wieder für Irritationen. Konnte es denn möglich sein, dass dieses "Bauvorhaben" tatsächlich realisiert werden sollte ? Hubers Kunstfrage nach der Realität der Kunst und dem Verwirrspiel zwischen Realität und Visionen von Bildern, ist somit exzellent beantwortet, ja Realität geworden. Weiterhin zu sehen sein wird der Stein des Anstosses "Ein neues Panorama für Remagen" auf Remagener Seite, nämlich die visionierte Ansicht Hubers von Erpel. Die von den Erpelern goutierte Version "Neugestaltung der Promenade von Remagen" und als "schöne Nachtansicht von dem eigentlich nicht sehr reizvollen Panorama von Remagen", auf Erpeler Seite, schlummert nun in einem Kunstlager. Die Diskussionen um die zukünftige Gestaltung Erpels wird jedoch weiter gehen. Der Gewinn des "Erpeler Protests" scheint daher sehr fragwürdig.