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www.otmarsattel.com
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Fotos: Otmar Sattel
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Farbwechsel – en passant, 2011

Otmar Sattel
Im Vorfeld des Kunstsalons Remagen wurde im Oktober 2011 die neue Arbeit »Farbwechsel – en passant« von Otmar Sattel für das Skulpturenufer Remagen öffentlich vorgestellt. Mit seiner ortsspezifischen Arbeit hat Otmar Sattel entlang des Leinpfads am Rhein ein Farb- und Bewegungsspiel realisiert. In acht kassettenartigen Nischen an der Unterseite der Trassenkonstruktion der Bahn wurden motorbetriebene, monochrome Markisen in kräftigen Farben montiert. Entstanden ist eine Reihung unterschiedlicher Farbflächen in einer Anordnung von Schwarz, Grün, Beige, Rot, Orange, Gelb, Blau und Anthrazit.

Gleich einer Leinwand wurden vier Flächen malerisch akzentuiert, indem mit Hilfe eines Siebdruckverfahrens QR Codes appliziert wurden. Hinter diesen Verschlüsselungen, die sich ebenfalls unterhalb der Markisen auf kleinen Tafeln befinden und mit einem Smartphone decodiert werden können, verbirgt sich Hans Arps Gedicht »Opus Null« aus dem Jahr 1924. Es ist eines seiner zentralsten frühen, assoziativen Gedichte, welches aus vier Strophen besteht, die Otmar Sattel den oben erwähnten vier Farbflächen zugeordnet hat. Er bezieht sich somit auf die gestalterischen Quellen von Hans Arp (1886–1966) und Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) im Sinne deren geometrischer Entwürfe und den von Hans Arp entwickelten »Konstellationen«, die dem Zufallsprinzip folgen.

Dieses Prinzip nutzt Otmar Sattel, indem er über einen computergestützten Zufallsgenerator den Bewegungsrhythmus seiner Markisen-Bildtafeln steuert und zudem die Bewegungen der Fußgänger und Radfahrer entlang des Rheins nutzt, um damit das Heben und Senken der acht Farbflächen zu beeinflussen. Dieses interaktive Geschehen ermöglicht ein lebendiges, abwechslungsreiches und nicht vorhersehbares Spiel aus Farbe und Bewegung. Es oszilliert zwischen dem Schwarz der Nacht, dem Grün der Vegetation, dem Beige der Erde, dem Rot des Morgengrauens, dem Orange und dem Gelb der Sonne, dem Blau des Himmels und dem Anthrazit der Dämmerung.

Otmar Sattel, der heute in Berlin lebt und arbeitet, wurde 1955 in Speyer geboren. Gemeinsam mit Eberhard Bosslet, Werner Klotz und anderen gründete er 1981 die Künstlergruppe »Material und Wirkung«. In Skulpturen und Installationen arbeitet er insbesondere mit Prozessen wie auch mit der Interaktion zwischen seinen Werken und ihren Betrachtern.

Mehr Informationen zu Otmar Sattel: » http://www.otmarsattel.com