10. Juli 2026–10. Januar 2027
Seit jeher dient der Weltraum als mächtige Projektionsfläche für Sehnsüchte und Utopien – angesichts globaler Krisen hält er immer noch die Vision einer alternativen Existenz bereit. Apokalyptisches Erwachen und exzentrischer Grenzverlust werden mit rund 100 Werken von der Moderne bis zur Gegenwart beleuchtet – u. a. mit Yael Bartana, Max Ernst, El Lissitzky, Katharina Sieverding, Sophie Taeuber-Arp und Emma Talbot. Der Blick in den Weltraum offenbart kosmische Träume und wird zu einer Reflexion über unsere Gegenwart und Zukunft.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien der Weltuntergang nahe. Der Halleysche Komet und dessen befürchtete Kollision mit der Erde weckten Ängste und Sehnsüchte. Eine angesichts von Technisierung und Rationalisierung blühende Projektion des Irdischen ins All vervielfachte sich in den Künsten. In der Theorie war es denkbar geworden, den Weltraum zu bereisen, das Wissen um die Astronomie hatte sich potenziert.
Seit den 1980er-Jahren nehmen die kritischen Stimmen an den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Raumfahrt merklich zu. Den Hoffnungen, alternatives Leben auf einem Ersatzplaneten zu finden oder dies zu ermöglichen, steht ein zunehmender Kulturpessimismus entgegen. Die Erkenntnis der Endlichkeit unserer lebenswichtigen Ressourcen angesichts menschlicher Hybris und unseres Fehlverhaltens führt auch in der Kunst zu neuen Diskursen.
Ausgestellte Künstler*innen
Hans (Jean) Arp, Arno Bosselt, Michael Buthe, Walter Dexel, Minya Diez-Dührkoop, Max Ernst, Lucio Fontana, Heinz Grete, Wenzel Hablik, Johann Peter Hasenclever, Hannah Höch, Liesl Karlstadt / Karl Valentin, El Lissitzky, Joan Miró, Johannes Molzahn, Louise Nevelson, Otto Piene, Simon Quaglio, Man Ray, Odilon Redon, Alexander Rodtschenko, Luigi Russolo, Hans Salentin, Xanti Schawinsky, Karl Friedrich Schinkel, Oskar Schlemmer, Lothar Schreyer, Lavinia Schulz / Walter Holdt, Carl Spitzweg, Sophie Taeuber-Arp, Yves Tanguy, Étienne Léopold Trouvelot
Gegenwartspositionen
Yael Bartana, Sylvie Fleury, Dominique Gonzalez-Foerster, Bjørn Melhus, Mariko Mori, Thomas Ruff, Mona Schulzek, Katharina Sieverding, Klaus Staeck, Emma Talbot, John Wood und Paul Harrison